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Videoaufnahmemodus DLog - wozu?

dji mavic 2 drohne

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8 Antworten in diesem Thema

#1 Lohenstein

Lohenstein
  • 299 Beiträge

Geschrieben 05. Januar 2022 - 02:56

Ich habe mittlerweile viel mit meiner Mavic 2 Pro probiert. Doch das Ergebnis in der Nachbearbeitung ist immer ernüchternd.
Wozu also soll man dieses Aufnahmemodus wirklich verwenden?

Schnittprogramm: Magix Video Pro X
LUT: DLog-M+to+Rec709.cube

Kennt jemand bessere LUT'S für Landschaftsaufnahmen als die DJI eigne?


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#2 luftritter

luftritter
  • 17 Beiträge

Geschrieben 13. Januar 2022 - 14:23

SkyHighFilms LUT pack - SkyHighFilmsStore



#3 F.A.D.

F.A.D.
  • 21 Beiträge

Geschrieben 14. Januar 2022 - 11:57

DLOG ist, wie viele andere logarithmische Aufnahmeprofile auch, dafür da, eine höhere Flexibilität in der Nachbearbeitung zu erhalten, wenn keine RAW etc. Aufnahme möglich ist. Es wird dafür die volle Dynamik des Sensors von den Tonwerten her wortwörtlich in das komprimierte Format des Codecs gequetscht. Dadurch kommt auch dieser verwaschene Bildeindruck.

Noch kurz zu LUT's: ich selber nutze die fast nie, weil es eine vorbestimmte Neuverteilung der Tonwerte ist, die nie 100% passt. Klar kann man danach auch noch weiter Feinjustieren, hat dann aber zwei Bearbeitungen gleichzeitig.

Das einfachste: einfach die Tiefen/Schwarzwerte weiter nach unten ziehen, die Lichtwerte/Höhen nach oben und die Sättigung verstärken. Danach sollte das Bild passen. Also eigentlich nur drei "Stellschrauben", um LOG Formate "normal" aussehen zu lassen. 

Viele Grüße,

David


Hier mal ein Beispiel von LOG zu "normal":

Vorher (Tonwerte rechts im Panel noch nicht angepasst):

Angehängte Datei  Bildschirmfoto 2022-01-14 um 11.47.50.jpg   376,04K   3 Mal heruntergeladen

Tonwerte angepasst (Tiefen runter, Lichter hoch, siehe Panel rechts):

Angehängte Datei  Bildschirmfoto 2022-01-14 um 11.48.16.jpg   446,34K   2 Mal heruntergeladen

Jetzt noch die Sättigung hoch:

Angehängte Datei  Bildschirmfoto 2022-01-14 um 11.48.34.jpg   482,98K   1 Mal heruntergeladen


Diese einfachen Einstellungen sollte es in jedem Videoeditor geben.



#4 Lohenstein

Lohenstein
  • 299 Beiträge

Geschrieben 14. Januar 2022 - 17:16

Danke dir. Ich werd das ausprobieren.



#5 F.A.D.

F.A.D.
  • 21 Beiträge

Geschrieben 14. Januar 2022 - 17:27

Falls Dein Editor noch Vectorscopes hat (siehe Screenshots links) ist es noch viel leichter die Tonwerte anzupassen:

Hier nochmals das rohe DLOG Material:

Angehängte Datei  Bildschirmfoto 2022-01-14 um 17.21.25.jpg   949,04K   2 Mal heruntergeladen

Man erkennt, dass dort kein Wert in der Skala über 100 oder unter 0 ist, also nichts über- oder unterbelichtet, oder genauer gesagt, jeder Pixel ist in einem darstellbarem Raum für das Format.

Jetzt kann man die Tiefen und Höhen so anpassen, dass man die RGB Kurve stretcht, um auf 100 oben und 0 unten zu kommen, wobei ich immer leicht drüber gehe, also einige wenige Bereiche 100% schwarz und andere 100% weiß sind:

Angehängte Datei  Bildschirmfoto 2022-01-14 um 17.21.55.jpg   992,46K   1 Mal heruntergeladen



#6 Lohenstein

Lohenstein
  • 299 Beiträge

Geschrieben 16. Januar 2022 - 00:44

Danke für die hervorragende Beschreibung. Welchen Videoeditor benützt du denn?



#7 skyscope

skyscope
  • 633 Beiträge

Geschrieben 16. Januar 2022 - 11:16

Jetzt kann man die Tiefen und Höhen so anpassen, dass man die RGB Kurve stretcht, um auf 100 oben und 0 unten zu kommen, wobei ich immer leicht drüber gehe, also einige wenige Bereiche 100% schwarz und andere 100% weiß sind:

 

Sollte man nicht für jeden Clip so machen, auch nicht für Deinen Beispiel-Clip. So bekommt man dann auch keine konsistente Belichtung über mehrere Einstellungen mit unterschiedlichen Lichtsituationen in der Postproduktion hin.

100 IRE (oder 100% im Waveform-Diagramm) sollten bspw. nur direkte Lichquellen haben (oder ihre direkten Reflexionen), die gibt es in obigen Beispielen nicht. Reines Weiß (bspw. belichtetes weißes Blatt Papier) wird "nur" mit 90 IRE belichtet. Wirkt das Bild zu dunkel, dann die mittleren Bereiche anpassen.

Alles über 100 IRE (Super-Weiß) lässt sich bei manchen Kameras für die Aufnahme nutzen, um mehr Spielraum zu haben, aber auch das sollte man dann in der Postproduktion auf 100 runterziehen,  denn es wird bei der Anzeige eh abgeschnitten (Rec.709 Standard).

 

Ähnliches gilt für Schwarz, auch das zieht man nie auf 0 IRE, ausser man will dort alle Details absaufen lassen. 


Bearbeitet von skyscope, 16. Januar 2022 - 11:27.

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#8 F.A.D.

F.A.D.
  • 21 Beiträge

Geschrieben 16. Januar 2022 - 11:40

Danke für die hervorragende Beschreibung. Welchen Videoeditor benützt du denn?

Die Screenshots sind von Final Cut.


Sollte man nicht für jeden Clip so machen, auch nicht für Deinen Beispiel-Clip. So bekommt man dann auch keine konsistente Belichtung über mehrere Einstellungen mit unterschiedlichen Lichtsituationen in der Postproduktion hin.

100 IRE (oder 100% im Waveform-Diagramm) sollten bspw. nur direkte Lichquellen haben (oder ihre direkten Reflexionen), die gibt es in obigen Beispielen nicht. Reines Weiß (bspw. belichtetes weißes Blatt Papier) wird "nur" mit 90 IRE belichtet. Wirkt das Bild zu dunkel, dann die mittleren Bereiche anpassen.

 

Ähnliches gilt für Schwarz, auch das zieht man nie auf 0 IRE, ausser man will dort alle Details absaufen lassen. 

Ich gebe Dir da grundsätzlich Recht! Die Darstellung von mir war vereinfacht dargestellt, bezüglich der eigentlichen Frage des OP, wie man LOG Material mit wenig Aufwand in etwa so dargestellt bekommt, wie es viele Endbenutztergeräte in einem Nicht-Log Format ausgeben würden.

Besonders bei den Bildstilen vivid und wie sie alle heißen, kratzen die Dateien aus meiner Erfahrung häufig bei 100 und 0. Hatte mir gerade Footage meiner GoPro 10 angeschaut und da ist das tatsächlich der Fall.

Deinem Profilbild entnehme ich, dass Du auch tiefer in der Materie steckst ;-) Ich mache nebenberuflich auch etwas Videoproduktion und würde für einen Imagefilm die 0 und 100 nicht berühren, allerdings geht da auch meistens ein umfangreicheres Colorgrading einher.

Allerdings ist meine Erfahrung aus dem Freundes- und Bekanntenkreis, dass dieser Look mit hohem Kontrast wohl bei vielen Anklang findet, oder es eine Gewöhnungssache ist, weil sie es von den Consumergeräten so gewohnt sind. 



#9 skyscope

skyscope
  • 633 Beiträge

Geschrieben 17. Januar 2022 - 16:25

Allerdings ist meine Erfahrung aus dem Freundes- und Bekanntenkreis, dass dieser Look mit hohem Kontrast wohl bei vielen Anklang findet....

 

"Wenn ich die Leute gefragt hätte, was sie gerne wollen, hätten sie gesagt: schnellere Pferde." - Henry Ford, Gründer der Ford Motor Company.

 

Oder für Dich als ebenfalls Apple Nutzer ist vielleicht ein altes Gretzky-Zitat interessant, das Steve Jobs gerne bemühte:

"I skate to where the puck is going to be, not where it has been.“ (Ich laufe dorthin, wo der Puck sein wird, nicht dorthin, wo er war.)

 

Kurzum: Wen juckt es, was in durch Consumer-Geräte malträtierten Augen scheinbar Anklang findet?

Würde man sich daran orientieren, müsste man auch alles mit 300% nachschärfen.  ;) Weil es augenscheinlich schärfer wirkt, wenn auch nicht schärfer - sprich detailreicher - ist. Ganz im Gegenteil, da Details an Kanten dabei auf Nimmerwiedersehen verloren gehen.

 

Deshalb gab und gibt es ja auch immer ein paar "Spezialisten", die das (intern sehr nachgeschärfte) Bild der Phantom 4 Pro für besser als das der Mavic 2 Pro halten....


Bearbeitet von skyscope, 17. Januar 2022 - 16:37.

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