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Fliegen bei extremer Kälte


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74 Antworten in diesem Thema

#1 HansiDrohne

HansiDrohne
  • 125 Beiträge

Geschrieben 10. Februar 2021 - 09:17

Aus aktuellem Anlass:

Ist es problemlos möglich, bei extremer Kälte, sagen wir mal -10° und darunter, zu fliegen?
Steckt das die Hardware problemlos weg?

Sollte man etwas beachten, außer LiPo vorwärmen und nicht im Schnee landen? smile.png



#2 luftritter

luftritter
  • 419 Beiträge
  • OrtÖsterreich

Geschrieben 10. Februar 2021 - 09:30

 

Ich darf dir die Videos des Herrn Skraba Phillip empfehlen. Der fliegt die MINI2 in diesen Extremsituationen. Ein wenig Zeitaufwand beim Schauen, und du hast deine Antworten.

Aber: Der Mann fliegt die Drohne außerhalb der Regeln des Betriebshandbuches und den Empfehlungen des Herstellers. Das heißt, du machst das auf eigenes Risike!


Bearbeitet von luftritter, 10. Februar 2021 - 09:34.


#3 DrohnePassau

DrohnePassau
  • 1 Beiträge
  • DJI Mavic Pro 2

Geschrieben 10. Februar 2021 - 10:00

Also ich bin bereits bei Minus 15 Grad gefolgen und mir wäre die Mavic fast abestürzt. Ich würde es nicht wieder machen.
Aus Fehlern lernt man.

LG


Bearbeitet von Housil, 12. Februar 2021 - 10:30.
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#4 DerAlte

DerAlte
  • 274 Beiträge
  • DJI Mavic Mini

Geschrieben 10. Februar 2021 - 10:07

Lol, er wirft sie in den Schnee. Einigen Leuten sind 500 € mehr oder weniger in der Tasche anscheinend völlig egal. Spricht aber echt für die Qualität der Mini 2. Die Mini 1 soll ja etwas empfindlicher auf tiefe Temperaturen reagieren, aber da gibt es unterschiedliche Erfahrungen. Gehört wohl auch ein bisschen Glück dazu, ob es gut geht oder nicht.

#5 wolfcastle

wolfcastle
  • 43 Beiträge

Geschrieben 10. Februar 2021 - 10:14

No problem:

 


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#6 luftritter

luftritter
  • 419 Beiträge
  • OrtÖsterreich

Geschrieben 10. Februar 2021 - 10:57

Also ich bin bereits bei Minus 15 Grad gefolgen und mir wäre die Mavic fast abestürzt. Ich würde es nicht wieder machen.
Aus Fehlern lernt man.

LG

 

Servus! Nettes Portfolio....

"Fast abgestürzt", die Aussage macht mich neugierig. Wenn es deine Zeit erlaubt, könntest du bitte einen Ablauf des Fast-Absturzes kundtun? Vielleicht auch mit Daten aus dem Flightlog? (Batteriespannung, usw....)

Der YT Videographer hatte offenbar keinerlei Schwierigkeiten obwohl er, in einem Video ersichtlich, mit Eisansatz an der MINI2 fliegt.


Bearbeitet von Housil, 12. Februar 2021 - 10:30.


#7 Kopter_LU

Kopter_LU
  • 27 Beiträge
  • DJI Mini 2

Geschrieben 10. Februar 2021 - 11:19

Letztlich ist es eine Frage der Vorbereitung (wenn man seine Drohne nicht riskieren will).

 

Ich hatte die Mini 2 jetzt drei Mal beim Schneeschuhlaufen, teils auf über 2'500 m.ü.M. und Temperaturen deutlich unter -10° C im Einsatz.

 

Bei diesen Bedingungen kommen die Akkus vorher in eine Heiztasche, die ich im Rucksack mit dabei habe. Dort werden sie auf 40° C vortemperiert, so dass der eingelegte Akku beim Abflug noch genug warm ist, um die kritische Zeit, bis die Leistungsabgabe in Richtung Drohne für ausreichend (Verlust)Wärme sorgt, gut zu überstehen.

 

Die Flugzeiten mit dieser Vorbereitung, auch bei deutlichen Minusgraden, unterscheiden sich nicht merklich von denen bei Plusgeraden.

 

Einen Akku dieser Bauart bei Minusgraden (Temperatur bezieht sich auf den Akku) einzulegen und loszufliegen halte ich persönlich für Leichtsinn.


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#8 KopterStahl

KopterStahl
  • 2.708 Beiträge
  • OrtHamburg...Rosengarten
  • DJI P3A+P, P2V+ V3.0, (Parrot Disco)

Geschrieben 10. Februar 2021 - 11:35

...Ist es problemlos möglich, bei extremer Kälte, sagen wir mal -10° und darunter, zu fliegen?
Steckt das die Hardware problemlos weg?

Sollte man etwas beachten, außer LiPo vorwärmen und nicht im Schnee landen? smile.png

Über die Verwendung der Akkus bei Kälte wurde ja schon reichlich geschrieben.

Für die Kopterelektronik einschl. der Antriebe finden man die Grenztemperaturen in den techn. Daten der Luftfahrzeuge. Wenn man sich nicht an diese Grenzen hält verhält man sich in meinen Augen zumindest fahrlässig.

Ein Punkt wird hier selten erwähnt: Bei bestimmten Temperaturen und Feuchtewerte der Luft kann es zur Betauung und zur Eis- bzw. Reilbildung und als Folge zur Gewichtserhöhung der Drohne kommen.
Ist mir selber schon bei Temperaturen etwas über 0°C mit einer P2 passiert. Allerdings führte es nicht zum Absturz, nur zu einer Reifschicht an den Propellern.

P.S. Eis- bzw. Reif- und Nässebildung am Luftfahrzeug kann man, wenn Temperatur und Feuchte bekannt sind, vor dem Flug berechnen. Muss eigentlich jeder Pilot der bemannten Luftfahrt zu genüge drauf haben

 



#9 wolfcastle

wolfcastle
  • 43 Beiträge

Geschrieben 10. Februar 2021 - 11:49

Ein Punkt wird hier selten erwähnt: Bei bestimmten Temperaturen und Feuchtewerte der Luft kann es zur Betauung und zur Eis- bzw. Reilbildung und als Folge zur Gewichtserhöhung der Drohne kommen.
Ist mir selber schon bei Temperaturen etwas über 0°C mit einer P2 passiert. Allerdings führte es nicht zum Absturz, nur zu einer Reifschicht an den Propellern.

 

Das passiert bei Temperaturen um 0°C wenn durch den Unterdruck an der Oberseite der Props der Dampfdruck sinkt und somit die Temperatur.

p*V = m*R*T

 

Bei -10°C und darunter ist man safe. Die Luftfeuchtigkeit ist dann nur sehr gering und man ist weit genug weg vom Punkt des Aggregatszustands-Wechsels flüssig-->fest.

Für die Elektronik sind tiefe Temperaturen auch kein Problem. Man muss nur aufpassen wenn man vom Kalten ins Warme kommt, dann kann sich am kalten Kopter Kondenswasser bilden, da in warmer Luft die Luftfeuchtigkeit deutlich höher ist. Also am besten den Kopter im Kalten in eine Tüte/Rucksack o.ä. packen und dann darin aufwärmen lassen oder alles mit conformal coating einschmieren.

 

Bei Racern ist noch zu beachten, dass die Polycarbonat Props bei tiefen Temperaturen spröder werden und beim Einschlag eher brechen, also nicht so viel crashen, denn zurückbiegen und weiterfliegen ist dann nicht.

 

Fliege viel in den Alpen beim Skifahren, tiefe Temps sind wirklich kein Problem wenn man ein paar Dinge beachtet. Akkus vorheizen sollte klar sein.


Bearbeitet von wolfcastle, 10. Februar 2021 - 11:51.


#10 JoBerlin

JoBerlin
  • 83 Beiträge

Geschrieben 10. Februar 2021 - 11:50

Interessant, dass hier niemand über das relevanteste Praxis-Problem schreib: kalte Finger

 

Selbst mit optimierter Startroutine schaffe ich es bei -15C am Berg nicht den Kopter in die Luft zu bekommen bevor meine Finger klamm sind. Der Rest macht dann auch nicht mehr viel Spaß.

 

PS: für alle Theorie-Experten: man kann den Akku auch einfach in die Jacken-Innentasche stecken, dann spart man sich den Akku-Heizkoffer auf den Gipfel zu schleppen.


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#11 drohnie2017

drohnie2017
  • 121 Beiträge
  • OrtMünsterland
  • Parrot Bebop 1

Geschrieben 10. Februar 2021 - 11:55

Bin die Tage auch bei minus 6 Grad geflogen. Sonnenschein und trockene Luft.

Bin so ca. 7 Minuten geflogen. Die ersten Aufnahmen waren okay.

Dann konnte man auf der Videoaufnahme sehen, das es eine Schleierbildung gab.
Als wenn die Linse feucht geworden ist. Zuhause war wieder alles okay. 



#12 wolfcastle

wolfcastle
  • 43 Beiträge

Geschrieben 10. Februar 2021 - 11:56

Selbst mit optimierter Startroutine schaffe ich es bei -15C am Berg nicht den Kopter in die Luft zu bekommen bevor meine Finger klamm sind. Der Rest macht dann auch nicht mehr viel Spaß.

 

Es gibt so eine Erfindung, die nennt sich Handschuhe:

 

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#13 JoBerlin

JoBerlin
  • 83 Beiträge

Geschrieben 10. Februar 2021 - 12:27

Es gibt so eine Erfindung, die nennt sich Handschuhe:

Danke für den Tipp! Man merkt, du hast sehr viel Praxis-Erfahrung!



#14 para

para
  • 44 Beiträge
  • Mini 2

Geschrieben 10. Februar 2021 - 13:28

Ich darf dir die Videos des Herrn Skraba Phillip empfehlen.  Der Mann fliegt die Drohne außerhalb der Regeln des Betriebshandbuches und den Empfehlungen des Herstellers. 

 

Dieses Video ist alles adere als eine Empfehlung, keine Ahnung welche Gehirnhälfte er nicht nutzt, vermutlich keine von beiden.  :P

 

 

 

für alle Theorie-Experten: man kann den Akku auch einfach in die Jacken-Innentasche stecken, dann spart man sich den Akku-Heizkoffer auf den Gipfel zu schleppen.

 

Dem kann ich uneingeschränkt zustimmen. Innerhalb der kurzen Flugzeit kommt der Akku bei Temperaturen um den Gefrierpunkt nicht an eine kritische Grenze, die Elektronik auch nicht.

 

Für die Motoren ist die Temperatur völlig unerheblich, je kühler umso besser. Nur zur Info, ich spreche nicht von Extremtemperaturen. Minus 10° C geht immer, problematisch wird es, wenn zu den Minusgraden noch eine hohe Luftfeuchtigkeit dazu kommt. Dann macht das Fliegen eh keinen Spaß, auch nicht mit Handschuhen.  ;)


Bearbeitet von para, 10. Februar 2021 - 13:29.


#15 willi62

willi62
  • 1.752 Beiträge

Geschrieben 10. Februar 2021 - 13:35

Die Akkuvorwärmung wird ja schon bei < 18° C Außentemperatur empfohlen - und dann idR auf 40°C ... (das ist in der Jackeninnentasche schwerlich zu machen, es sei denn man fiebert schwer). Das wird aber vor dem Hintergrund empfohlen, die Lebensdauer des Akkus zu verlängern - da geht es weniger um die Energieausbeute. Auch aus kälteren Akkus kriegt man noch was raus, aber das verkürzt halt deren Lebensdauer.


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