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Post-Drohne über Zürichsee abgestürzt


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15 Antworten in diesem Thema

#1 el Kopto

el Kopto
  • 2.763 Beiträge
  • OrtNorddeutschland
  • Hexa / Matrice 100 hybrid mod / Jordana Endurance mit N3 + LB2 + PulseKraft PWM Erweiterung

Geschrieben 25. Januar 2019 - 22:52

https://www.20min.ch...tuerzt-18408628

 

Fallschirm hin oder her - keine gute Idee, bei solchen Flügen auf ein Quadrokopter Konzept zu setzen. Habe mich schon immer gefragt, wie sie dafür eine Genehmigung bekommen konnten. War eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis sie damit so eine Schlagzeile produzieren.



#2 Ranj

Ranj
  • 39 Beiträge

Geschrieben 25. Januar 2019 - 23:02

Die  Post hat zu viel Geld. Etwa Fr. 200'000.- wurden verpulvert. Jeder Velokurier bringt die Probe bei jedem Wetter innert 10 Minuten ins Labor, und zwar zu 100%. Kosten Fr. 30.- . Drohnen sind fliegende Kameras und für Transporte völlig ungeeignet. 



#3 Upgrade 08/15

Upgrade 08/15
  • 566 Beiträge

Geschrieben 25. Januar 2019 - 23:06

Ich glaube es geht primär darum, Blutproben möglichst schnell vom Spital ins Labor zu bringen. Wenn Labor und Spital auf der anderen Seeseite sind, kann das je nach dem vergleichsweise lange dauern.

 

Ich finde, die Idee hat schon Potential. Drohnen per se als 'für Transport ungeeignet' abzustempfeln finde ich sehr engstirnig.


Bearbeitet von Upgrade 08/15, 25. Januar 2019 - 23:07.

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#4 Eye in the Sky

Eye in the Sky
  • 115 Beiträge

Geschrieben 25. Januar 2019 - 23:12

Für den Velokurier sind es 5km mitten durch Zürich. Zudem muss er ja erst mal bis zum Spital kommen. Sagen wir also da vergehen mindestens 30 Minuten oder mehr. Die Drohne ist in 5' da. 

 

Warum nicht ein Quadrocopter? Mit Fallschirm wird die Einschlagenergie soweit abgebremst, dass ein Aufprall keine Fatalen folgen mehr hat. Augenzeugen wollen gesehen haben wie der Kopter langsam an einem riesigen Fallschirm runtergesegelt und in den See gefallen ist. Die Ursache für den Absturz ist noch nicht klar, wenn die Verbindung aber zum Control Center abgerissen ist und die nicht sicher waren ob die Drohne im See gelandet ist oder noch weitergeflogen ist, dann könnte man auch vermuten ein Problem mit der Software oder mit der Stromversorgung. Dann würde auch ein Hexa nichts bringen. 



#5 el Kopto

el Kopto
  • 2.763 Beiträge
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  • Hexa / Matrice 100 hybrid mod / Jordana Endurance mit N3 + LB2 + PulseKraft PWM Erweiterung

Geschrieben 25. Januar 2019 - 23:23

Der Use-Case an sich ist schon sinnvoll und könnte positive Akzeptanz fördern - wenn er denn mit einem vernünftigen Redundanzkonzept ausgeführt wird.

 

Ein Fallschirm kann immer nur das allerletzte Mittel sein. Auch damit kann, je nachdem, wo er runterkommt noch immer viel Schaden angerichtet werden. Das Werbevideo zeigt auch Flug über dicht besiedeltes Gebiet. Da wäre für mich mindestens ein Hexa obligatorisch. Schon die Presse, die der - mit einem besseren Redundanzkonzept wesentlich unwahrscheinlichere - Fall nun produziert, ist extrem schädlich, was das Thema Akzeptanz angeht. Da hilft es auch nicht viel, dass er an einem Fallschirm in den See geplumpst ist.

 

Abriss der Funkverbindung (den jeder Spaßvogel mit einem illlegalen Jammer und einer Richtantenne auch leicht provozieren könnte), darf in so einem Falle auch kein Problem verursachen. Natürlich müssen solche Missionen automatisiert geflogen werden und auch dann sicher landen können, wenn keine Funkverbindung mehr besteht.


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#6 Eye in the Sky

Eye in the Sky
  • 115 Beiträge

Geschrieben 25. Januar 2019 - 23:33

Ich denke nicht, dass der Abriss der Telemetrie das Problem verursacht hat. Aber eben vielleicht hat eine Software Komponente oder sonst was versagt - es wird ja vielleicht eine ordentliche Untersuchung dazu geben, das BAZL ist Informiert worden und ggf geht das zum SUST welches in der Regel Flugunfälle oder fast Unfälle beurteilt. 

 

Hexa Konzepte gehen halt auf Reichweite und verursachen wohl mehr Lärm. Ist immer ein Trade off. Der Hersteller musste tausende Test Flugstunden nachweisen und scheinbar waren diese Drohnen nun auch in der Schweiz seit > 3000h Unfallfrei unterwegs. Mal sehen was da raus kommt. 

 

Im übrigens läuft in dem Vogel ein Pixhawk mit einem etwas angestaubten und modifizierten ArduPilot (zumindest scheint die Basis der Software AC 3.5.2 zu sein, wenn dies wirklich das war was darin installiert wurde). 


Bearbeitet von Eye in the Sky, 25. Januar 2019 - 23:34.


#7 el Kopto

el Kopto
  • 2.763 Beiträge
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  • Hexa / Matrice 100 hybrid mod / Jordana Endurance mit N3 + LB2 + PulseKraft PWM Erweiterung

Geschrieben 25. Januar 2019 - 23:46

Hexa Konzepte gehen halt auf Reichweite und verursachen wohl mehr Lärm. Ist immer ein Trade off. Der Hersteller musste tausende Test Flugstunden nachweisen und scheinbar waren diese Drohnen nun auch in der Schweiz seit > 3000h Unfallfrei unterwegs. Mal sehen was da raus kommt.


Ja, Hexa kostet etwas Reichweite - in dem hier vorliegenden Use Case aber aus meiner Sicht kein Problem. So groß wird die Strecke nicht sein, aber vielleicht weißt Du genaueres?

 

Auch wenn sie angeblich >3000h Stunden unfallfrei unterwegs gewesen sein mögen, ändert das nichts daran, dass ein Quad-Konzept keine Redundanz hat. Matternet, von denen die Drohnen meines Wissens stammen, kann die noch so gewissenhaft und mit hochwertigen Komponenten bauen - die Komponenten altern und es kann z.B. jederzeit zu einem Vogelschlag kommen. Im Bereich eines Sees sogar noch deutlich wahrscheinlicher. Ein X8 hätte dann zwar auch ein Problem, aber ein Hexa oder Flat Octo würde das i.d.R. wegstecken.



#8 Eye in the Sky

Eye in the Sky
  • 115 Beiträge

Geschrieben 25. Januar 2019 - 23:53

Die Strecke ist quer über den See. Luftlinie wohl ca 3km. Scheint kurz nach dem Start passiert zu sein, 200m vom Ufer entfernt.

#9 el Kopto

el Kopto
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  • Hexa / Matrice 100 hybrid mod / Jordana Endurance mit N3 + LB2 + PulseKraft PWM Erweiterung

Geschrieben 26. Januar 2019 - 00:06

Laut diesem Artikel ist die Teststrecke rund 2,5 km, führt nicht über den See und wird autonom geflogen:
https://www.post.ch/...rsitaet-zuerich

Warum das Ding über dem See runterkam, ist also unklar.

 

Auch mit einem Hexa halbwegs normaler Größe wäre das Zehnfache drin (ich rede nicht von einem eher ineffizienten DJI M600).

 

Die Testflüge wurden am 10. Dezember 2018 gestartet, es erfolgen angeblich wochtags 5 bis 15 Flüge. Zwischen dem 22. Dezember und dem 6. Januar waren sie ausgesetzt. Der Case hat also erst 25 Flugtage und vielleicht 250 Flüge hinter sich. Keine vertrauensbildende Bilanz, wenn nach so kurzer Zeit schon der erste Unfall passiert.



#10 Eye in the Sky

Eye in the Sky
  • 115 Beiträge

Geschrieben 26. Januar 2019 - 00:16

Das hier ist die Route. Von der Hirslandenklinik zum Labor. Absturz am Linken Seeufer ca 200m im See

http://www.lokalinfo...-ueber-den-see/

#11 el Kopto

el Kopto
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Geschrieben 26. Januar 2019 - 00:21

Danke - auch 5,8 km und 7 Minuten Flugzeit wären nicht im Geringsten ein Problem für ein Hexa-Konzept.



#12 WiSi-Testpilot

WiSi-Testpilot
  • 992 Beiträge
  • Ortwestliches Münsterland
  • Kopter mit N3 & A3,
    Videoübertragung: LB2 mit CrystalSky & Connex.
    Kameras: Gopro H3+, Sony RX0,
    Sony A 6000 (NIR, Vis & UV),
    Flir Vue Pro 336 (LWIR),
    Connex ProSight (NIR)

Geschrieben 26. Januar 2019 - 10:10

Ich glaube nicht, dass es an der fehlenden Redundanz (Hexa) lag. Eher vermute ich, dass ein Sicherheitssystem überreagiert hat. Bugs gab und gibt es bei neuen Technologien immer, s. zB Ariane.
https://www.golem.de...511-117537.html
Davon sollte man sich aber nicht beirren lassen.
Viele Grüße,
Wilhelm

#13 Upgrade 08/15

Upgrade 08/15
  • 566 Beiträge

Geschrieben 26. Januar 2019 - 11:14

Guten Morgen,

 

Die Testphase wird gleichzeitig in Zürich und im Tessin durchgeführt. Insgesamt wurden über 3000 Flüge absolviert.

Ich finde, ein Absturz auf über 3000 Flüge ist in der Testphase ziemlich gut.


Bearbeitet von Upgrade 08/15, 26. Januar 2019 - 11:14.


#14 el Kopto

el Kopto
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  • Hexa / Matrice 100 hybrid mod / Jordana Endurance mit N3 + LB2 + PulseKraft PWM Erweiterung

Geschrieben 26. Januar 2019 - 12:12

Zwischen Tests und Realität klafft auch noch mal eine gemeine Lücke - jeder, der in der IT unterwegs ist, weiß, was ich meine. Für mich zählt hier vor allem der Zeitraum, der unter realen Bedingungen geflogen wurde - also erst seit 17. Dezember und vermutlich ebenfalls mit Lücke zwischen Weihnachten und 6. Januar sowie nur werktags.

 

Nein, selbst wenn man es so betrachtet und die angeblichen 3000 Flüge oder Stunden oder was auch immer einbezieht, ist es nicht gut. Drohnen, die über besiedeltem Gebiet unterwegs sind, müssen noch ganz andere Bedingungen erfüllen und die sind aus meiner Sicht mit einem nicht redundanten Antriebskonzept nie erreichbar.

 

Ich glaube auch eher nicht an ein überreagierendes Sicherheitssystem.

 

Am wahrscheinlichsten halte ich sogar, wenn man sich den Wetterverlauf der letzten 72 Stunden anschaut, eine Propellervereisung. Die Temperaturen waren in der Zeit in Zürich immer so um die 0° herum und am Mittwoch und Donnerstag gab es zeitweise auch Niederschläge. In dem Falle hätte dann tatsächlich auch ein Hexa kennen nennenswerte Erhöhung der Sicherheit gebracht. Das wäre dann vielmehr den Betreibern anzulasten, die eigentliche wissen sollten, dass man unter solchen Bedingungen keine Drohnenflüge macht. Abgesehen davon würde ich erwarten, dass ein Kopter für solche Einsatzszenarien auch mit entsprechender Telemetrie (Außentemperatur, Luftfeuchtigkeit) ausgestattet ist und ein Flug entweder gleich verhindert worden oder rechtzeitige Warnungen angezeigt worden wären.


Bearbeitet von el Kopto, 26. Januar 2019 - 12:43.


#15 Eye in the Sky

Eye in the Sky
  • 115 Beiträge

Geschrieben 26. Januar 2019 - 12:54

Die Temperatur lag zwar tatsächlich unter 0 aber die Feuchte war bei ca 80% rel. Somit glaube ich weniger an Vereisung. Falls der Kopter gefunden wird sollte das ja aus den Logfiles dann ersichtlich sein.




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