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Preiswerter, einfach zu bauender Wärmebild Kopter (Kitzrettung)

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152 Antworten in diesem Thema

#1 el Kopto

el Kopto
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  • Hexa / Matrice 100 hybrid mod / Jordana Endurance mit N3 + LB2 + PulseKraft PWM Erweiterung

Geschrieben 26. September 2018 - 14:20

Es mehren sich gerade wieder die Suchanfragen nach einem preiswerten Wärmebild/Doppelkamera Kopter, der hinsichtlich Auflösung der Thermografiekamera und Flugzeiten auch zur Rehkitz-Rettung geeignet ist. D.h.,

  • die Wärmebildkamera sollte eine Auflösung von mindestens 320x240 px haben. Das erlaubt dann genügend große Flughöhe und breite Suchbahnen.
     
  • die Flugzeit sollte möglichst im Bereich > 45 Minuten liegen. Das erlaubt das Abfliegen größerer Flächen und man kann über einer potentiellen Fundstelle hovern, bis die Helfer eingetroffen sind. Weiteres dazu z.B. hier: http://www.kopterfor...z-rettung-2018/
     
  • Die Bildübertragung sollte auch aus mindestens 500m Distanz noch ein stabiles Bild liefern und
     
  • die Steuerungssoftware sollte Waypoint-Flüge mit automatisch generierbarem Raster erlauben, die auch unterbrochen und später an der Stelle wieder fortgesetzt werden können.

Im Bereich der einsatzfertigen "RTF" Ready-To-Fly Kopter klafft derzeit eine große Lücke zwischen einer finanziell attraktiven Einstiegslösung mit Yuneec Typhoon H / H520 und CGO ET sowie einem DJI M210 mit XT bzw. XT2. Die Yuneec-Lösung mit der CGO ET hat eine für ernsthafte Rehkitzrettung zu geringe Auflösung (Flughöhe dafür max. 15m und dementsprechend schmale Korridore) und eine zu kurze Flugdauer. Der DJI M210 trägt zwar mehr, hat eine bessere Bildübertragung und eine XT bzw. XT2 haben die erforderliche Auflösung, sprengt aber schnell den finanziellen Rahmen und hat ebenfalls für Rehkitzrettung zu kurze Flugzeiten.
 
Wir hatten hier schon ein paar ambitionierte Projekte, die aber allesamt recht aufwendig im Bau und auch immer noch recht teuer waren, z.B. http://www.kopterfor...für-die-praxis/ und http://www.kopterfor...ärmebildkopter/
 
Mir ging es deshalb nun darum, einen möglichst preiswerten und einfach nachzubauenden Kopter mit Doppelkamera und guter Bildübertragung zusammenzustellen und den Bau ausführlich zu beschreiben. In der Vergangenheit habe ich aufgrund der hohen Qualität der Bildübertragung auf die DJI Lightbridge gesetzt. In diesem Falle wird er zunächst mit einer Lösung bestückt, die das Bild über eine Mobilfunk-Strecke (3G, 4G) streamt, später folgt dann noch eine autarke, ebenfalls digital arbeitende Funklösung.

 

Zunächst zum Frame:

Ich habe mich in diesem Projekt für einen günstigen, leicht aufzubauenden, klappbaren  Quadcopter Frame entschieden, den Tarot XS690. Er kann mit maximal 17 Zoll großen Props bestückt werden, was dann schon einen recht effizienten Antrieb erlaubt. Auch die Centerplate ist recht großzügig bemessen, so dass man genügend Platz für die Elektronik hat. Bei Premium Modellbau bekommt man den Frame für ca. 180 EUR inklusive elektrischem Landegestell (habe ich aus Gewichtsgründen aber nicht verbaut). Er hat auch bereits 10mm Carbon-Rails auf der Unterseite, die den leicht wechselbaren Anbau von Payload (Gimbal etc.) deutlich erleichtern.

 

Wer es noch simpler und günstiger möchte, kann den Tarot Iron Man FY650 nehmen, der für ca. 90 EUR zu bekommen ist. Der ist dann wirklich schon sehr "basic" und nimmt nur noch 15 Zoll Props auf, was natürlich auf Kosten der Effizienz und damit der erzielbaren Flugzeiten geht.

 

Bestückt habe ich ihn mit Tarot MT 4008-330KV Motoren und 17 Zoll Mejzlik Propellern. Die Mejzlik Props sind zwar recht teuer, aber so leicht, dass der Tarot 4008 sie noch genügend agil antreiben kann. Bei schwereren Props von anderen Herstellern ist mit dem Motor i.d.R. bei 16 Zoll die Grenze erreicht.

 

Als Regler habe ich mich für einen DYS F30A 4-in-1 ESC entschieden. Er arbeitet mit BLHeli_S und ist sehr kompakt und leicht. Man kann ihn vergleichen mit 4 einzelnen - und hier sehr bewährten - DYS XS30A Reglern, aber man spart sich ein separates Verteilerboard und er hat auch gleich noch einen ordentlichen 5,3V BEC drauf. Beim XS690 Frame passt er gut zwischen die vier Klapparme. Ich habe ihn zusätzlich mit einem 470µF 50V low-ESR Stütz-Elko versehen.

 

Ein paar Fotos:
 

30000544858_8c38598593_h.jpg

 

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Der Motor ist zum leichteren Zentrieren des Propellers bereits mit einer 3D-Druck-Achse bestückt, wie sie hier vorgestellt wurde: http://www.kopterfor...axis/?p=1109051


EDIT:

 

Die Motorhalterungen sind Teil des Frame Kits und haben auch schon passende Bohrungen für den Tarot 4008 330 KV Motor.

 

Die Verkabelung zwischen Motoren und ESC lässt sich zunächst außerhalb des Frames vorbereiten. An die Anschlussleitungen des Motors wurden drei passend abgelängte AWG 17 (ca. 1 mm2 Querschnitt) Kupferlitze-Leitungen mit Silikon-Ummantelung angelötet. Die drei Farben, die man am ESC sieht, dienen eher der netten Optik. Letzlich kann man die drei Motor-Phasen auch mit einfarbigen Litzen verlängern und zunächst beliebig an den ESC löten, um dann später die Laufrichtung des Motors über die ESC-Konfiguration anzupassen.

 

Die vorkonfektionierten "Kabelbäume" werden dann durch eine in die Rohre gefräste Öffnung geschoben, bis sie am anderen Ende zum Frame wieder austreten. Auf dem letzten Stück wird dann eine "Tacky-Tape" Ummantelung der Anschlussleitungen mit durch die Öffnung gezogen und das klebrige Zeugs passend zurechtgedrückt. Die Kabel sind damit hinreichend gegen Durchscheuern am Carbonrohr geschützt und gleichzeitig ist es eine regenfeste Abdichtung.

 

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Das Foto zeigt auch gleich noch eines der recht filigranen Landebeinchen. Es sind umfunktionierte GPS-Mast Klapphalterungen von Tarot. Hinein kommt vom laufenden Meter abgesägtes 4 mm Carbon-Rohr. Als Kleber hat sich für solche Zwecke bei mir ein 2-Komponenten Industrie-Kleber bewährt. Die Beinchen sind sehr leicht und haben nur einen geringen Luftwiderstand. Natürlich sind sie nichts für einen ruppigen Industrie-Alltag - muss jeder für sich selbst abwägen, was man als passenden Kompromiss aus Gewichtsersparnis und Robustheit empfindet.

 

Das Verlöten der Kabelenden am ESC ist etwas fummelig, aber AWG 17 oder 18 ist schon dünn genug. Dickere Litzen wird man kaum auf die recht kleinen und engstehenden Lötpads des 4-in-1 ESCs gelötet bekommen. Leider hat mich die Aktion beim ersten Anlauf einen ESC gekostet. Er gab beim Anstecken Rauchzeichen und da merkt man dann den Nachteil eines 4-in-1 ESCs...


EDIT 2:

 

Bestückt ist der Kopter in seiner einfachsten Ausbaustufe zunächst nur mit einem Pixhawk 4 Flightcontroller. Er kommt i.d.R. als Combo zusammen mit passendem GPS Puck und PM07 Power Management Board. Weitere Infos dazu (inklusive Links zur Doku, Pinouts etc.) findet man auf den Seiten des Herstellers: https://shop.holybro...wk-4_p1089.html
Im Lieferzustand ist der PX4 Flightstack vorinstalliert, es gibt dafür aber mittlerweile auch eine Beta Version (Release Candidate 9) des ArduCopter 3.6.0 Flightstacks und es wird nur eine Frage der Zeit sein, wann die 3.6.0 final offiziell zur Verfügung steht. Die Installation erfolgt über den Mission Planner (auch von dem sollte man sich die neueste Version installieren).

 

Das PM07 habe ich in meinem Falle nicht verbaut, da der DYS F30A 4-in-1 ESC eigentlich schon alle wesentlichen Funktionen übernimmt. Um auch die Batterie-Spannung über die Telemetrie des Pixhawk übermitteln zu lassen, muss man sich noch einen kleinen Spannungsteiler zusammenlöten. Details dazu siehe hier: http://www.kopterfor...last/?p=1116331

 

Als Fernsteuerung dient in der einfachsten Ausbaustufe eine FrSky Taranis X9D+ mit 16 Kanälen. Der dazu passende und i.d.R. im Set angebotene X8R Empfänger liefert u.a. ein S-Bus Signal aus und er kann aus der Stromversorgung des Pixhawk 4 mitgespeist werden.

 

Als Telemetrie-Lösung habe ich zunächst ein 433 MHz Set (ebenfalls Holybro) verbaut: https://synosystems....rie-set-v3.html

Auf Pixhawk-Seite hatte meines leider noch keinen zum neuen Pixhawk 4 passenden Stecker, kann sich aber inzwischen geändert haben. Beim Pixhawk 4 sind ansonsten genügend Kabel dabei, so dass man sich was passendes zusammenlöten kann. Letztlich sind es auch nur vier Leitungen (+5V, GND, RX und TX).

Die Module sind im Auslieferzustand auf 100 mW eingestellt, man kann sie über den Mission Planner (Konfiguration einer SiK-kompatiblen Telemetrie) auf eine niedrigere Sendeleistung umkonfigurieren (in DE sind in dem Band nur 10 mW erlaubt). Das geht allerdings nur einzeln über eine USB-Verbindung zwischen Mission Planner und dem Funkmodul. Der Mission Planner darf dabei nicht im Zustand "Connected" sein.

 

43942286392_3f4d67d431_h.jpg

 

43990822481_a68209b115_h.jpg

 

Mit dieser Bestückung ist er im Prinzip schon flugtauglich. Flugfertig (ohne Akku) wiegt er in dieser Konfiguration rund 1,1 kg. Die Motoren und Propeller liefern genügend Schub, so dass man ihn guten Gewissens mit 4 kg Startgewicht (vielleicht auch noch ein bisschen mehr) in die Luft schicken kann. Ohne weitere Payload und mit einem 6S7P Akku aus Sony VTC6 LiIon Zellen fliegt er locker 90 Minuten, vermutlich auch noch etwas mehr. Startgewicht liegt dann bei ca. 3,2 kg.

 

Näheres zu Konfiguration folgt...

 

UPDATES: Stand 28.11. 18

 

Bitte beachtet beim Nachbau insbesondere auch noch die Posts #4, #17 und #20.

 

Da zwischenzeitlich ein Firmware-Update zur Behandlung von Störungen auf dem SBus bereitgestellt wurde, bitte bei Verwendung des Pixhawk 4 auch den Post #102 und die nachfolgenden beachten!


Bearbeitet von Knuth, 28. November 2018 - 23:38.

  • janschnik, Upgrade 08/15, KopterStahl und 5 anderen gefällt das

#2 Woga65

Woga65
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Geschrieben 26. September 2018 - 14:58

Sieht gut aus, schön minimalistisch!
Der Tipp mit den umfunktionierten GPS-Masten gefällt mir, muss ich bei Gelegenheit mal ausprobieren.

#3 Hugobert12

Hugobert12
  • 55 Beiträge

Geschrieben 27. September 2018 - 18:44

Erstmal vielen Dank das Du deine Arbeit im Forum so ausführlich zeigst.

 

Ich hab schon die ersten Teile bestellt (Rahmen ist leider derzeit nicht verfügbar) und warte gespannt wie es weitergeht.

 

Hat jemand einen Vorschlag für ein passendes Gimbal für eine Thieye T5e und die Flir Tau 2.


Bearbeitet von Hugobert12, 27. September 2018 - 19:09.


#4 el Kopto

el Kopto
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Geschrieben 28. September 2018 - 08:38

Hat jemand einen Vorschlag für ein passendes Gimbal für eine Thieye T5e und die Flir Tau 2.

 

Im Moment klafft leider zwischen den kleinen Gimbals für Kameras der GoPro Klasse und Gimbals für "große" Kameras im Bereich 800 -1000 g eine ziemliche Lücke.

 

Im Moment behelfe ich mich mit einem ziemlich simplen, recht preiswerten und universellen Gimbal dieses Typs:

https://www.aerolab....y-nex/a-502765/

 

Zur Gewichtsreduzierung nutze ich es nur in 2-Achs Konfiguration. Die Yaw-Achse ist auf einem Nutzkopter für Wärmebild-Anwendungen recht unwichtig. Einen Mehrwert für eine Yaw Achse sehe ich nur, wenn man hochwertiges Video-Footage erzeugen will und wenn man in 2-Operator Konfigurationen fliegt (also Pilot und separater Kamera-Operator). Dann sollten die Achsen auch besser an zwei Punkten gelagert sein, was aber das Gewicht erhöht und die Einstellung verkompliziert.

 

Man findet das Gimbal z.T. auch mit etwas leichteren Motoren, so dass es dann gut auf Kamera-Kombos im Bereich 400-500g abgestimmt ist. Ich suche allerdings noch jemanden, der Interesse hat ein leichteres und für diesen Gewichtsbereich optimiertes Gimbal mit zu entwickeln. Passende Motoren und Elektronik hätte ich schon. Was fehlt, ist eine leichte, steife und genügend variable Carbon-Konstruktion.

 

Ein Beispiel, wie eine Kombination aus (Smartphone-)Kamera und Wärmebild-Kamera aussehen kann, die in diesem Gimbal aufgehängt ist, hatte ich hier schon mal gezeigt und beschrieben:

 

http://www.kopterfor...pter/?p=1092456

 

28062294178_4617b96977_b.jpg

 

Das Bild zeigt zwar einen anderen Kopter, aber die Aufhängung an zwei Carbon-Rails (10mm Rohre, ca. 60mm Abstand) ist die gleiche, wie bei den hier beschriebenen Tarot-Frames.



#5 General Cutter

General Cutter
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Geschrieben 28. September 2018 - 08:50

Klasse Arbeit, vielen Dank für diesen Thread.

 

Nur mal so aus reiner Neugier... spricht eigentlich was gegen einen Hexa bei so einem Aufbau? Was wären die Nachteile? 



#6 Hugobert12

Hugobert12
  • 55 Beiträge

Geschrieben 28. September 2018 - 11:03

Welche (günstigeren) Alternativen zu den Props wären sinnvoll?



#7 el Kopto

el Kopto
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Geschrieben 28. September 2018 - 12:59

... spricht eigentlich was gegen einen Hexa bei so einem Aufbau? Was wären die Nachteile? 

 

Gegen einen Hexa spricht, dass er weniger effizient (also kürzere Flugzeiten) und komplizierter und teurer im Aufbau ist. Das ist der Preis für die zusätzliche Redundanz und ein schöneres Flugbild. Bei Such-Anwendungen wie z.B. der Kitzrettung hat aus meiner Sicht eine möglichst lange Flugzeit Priorität. Das passiert ja im Normalfall nicht über Menschenansammlungen oder sicherheitskritischen Industrieanlagen. Wenn so ein Kopter sauber und mit hinreichend hochwertigen Komponenten aufgebaut wird, ist das Ausfallrisiko auch bei einem Quad schon sehr gering.

 

Demnächst werde ich aber auch über meine Erfahrungen mit dem Umbau eines Tornado H920+ berichten. Den halte ich für eine gute Plattform, wenn es um einen mit mehr Redundanz ausgestatteten, klappbaren Hexa geht, der auch mit akzeptabler Payload noch unter 5 kg bleiben kann und sogar ein paar Tropfen Regen verträgt.

 

Welche (günstigeren) Alternativen zu den Props wären sinnvoll?

 

Für erste Tests kann man auch günstigere 16 Zoll Props nehmen, z.B. die von T-Motor. Sind zwar keine Leichtgewichte und auch noch keine Schnäppchen, aber dafür i.d.R. recht gut gewuchtet. Selbst wenn die - im Verhältnis zur Größe - nicht so leicht sind, wie die Mejzlik, schafft der Motor die dann auch noch. Bei 17 Zoll sollten sie aber ähnlich leicht, wie die Mejzlik sein (wiegen in der normalen Version ca. 24g und in der besonders leichten Version ca. 15g) - die 17 Zoll T-Motor sind schon zu schwer. Natürlich kann man es auch mit billigeren Props probieren, aber dann sollte man gleich ein paar mehr bestellen. Nicht selten sind die so schlecht gewuchtet, dass alle Mühe vergeblich ist.


Bearbeitet von el Kopto, 28. September 2018 - 20:14.

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#8 Hugobert12

Hugobert12
  • 55 Beiträge

Geschrieben 28. September 2018 - 17:19

Ich hab mir zum testen erstmal 16 und 17 Zoll T-Motor props bestellt.

 

Jetzt fehlt mir nur noch der Akku und ein Ladegerät.

Wenn ich das richtig verstanden habe verwendet ihr selbstgebaute Packs mit Li ion Akkus?!

 

Gibt es irgendwo eine Anleitung wie die Dinger verlötet werden?

Welches Ladegerät ist dafür sinnvoll?


Bearbeitet von Hugobert12, 28. September 2018 - 17:32.


#9 el Kopto

el Kopto
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Geschrieben 28. September 2018 - 19:53

Ich hab mir zum testen erstmal 16 und 17 Zoll T-Motor props bestellt.

 
Wie schon geschrieben: Die 17 Zoll T-Motor Propeller sind zu schwer für den Tarot 4008-330kv, die 16 Zöller gehen aber.
 

Jetzt fehlt mir nur noch der Akku und ein Ladegerät.
Wenn ich das richtig verstanden habe verwendet ihr selbstgebaute Packs mit Li ion Akkus?!

 
Ich würde empfehlen, erst mal mit einen LiPo zu starten. Die sind aufgrund ihres geringeren Abstandes zwischen "voll" und Endlade-Schlussspannung und aufgrund der Tatsache, dass sie nicht magnetisch sind, unkomplizierter in der Handhabung.
 
Excellente Qualität und vergleichsweise ehrliche Spezifikationen haben die "Tattu" LiPos von GensACE, allerdings sind sie preislich auch eher am oberen Ende angesiedelt. Einer meiner Lieblings Akkus ist dieser: http://www.gensace.d...tml?___store=de (6S, 12 Ah, 15C - auf der Seite ist irgendwas ducheinandergeraten, z.T. steht da auch 16 Ah).
Die machen bei mir schon seit langem klaglos ihren Dienst und die Zellen haben immer noch einen sehr guten Gleichlauf. Auf den obigen Fotos ist er auch am Kopter.
 
Günstiger und auch ok sind diese: https://hobbyking.co...ack-w-xt90.html (sind derzeit auch im EU Warehouse verfügbar). Die früher hier recht beliebten und noch etwas leichteren Multistar 6S 10 Ah 10C konnte ich nicht mehr finden. Die neuen 12C habe leider eine XT90 Buchse dran. XT90 ist für den hier beschriebenen Kopter überdimensioniert und unnötig schwer. Würde empfehlen, den auszutauschen (mit der nötigen Vorsicht, um keinen Kurzschluss zu produzieren!).

 

Als Stecker (bzw. in dem Falle als Buchse) nehmen hier viele den XT60. Ich persönlich bevorzuge die EC5 Stecker. Bei denen muss man allerdings wissen, wie sie "verarbeitet" werden. Schaue am besten mal hier: http://www.kopterfor...ystem-habt-ihr/ (im Post #28 steht was zur Verarbeitung).
 
Falls Du doch gleich mit LiIon-Zellen starten willst, würde ich ein 6S6P oder für noch etwas mehr Flugzeit ein 6S7P Pack mit Sony VTC6 Zellen empfehlen.
 

Gibt es irgendwo eine Anleitung wie die Dinger verlötet werden?
Welches Ladegerät ist dafür sinnvoll?

Falls Du sie wirklich selbst zusammenlöten willst, ist eine günstige Bezugsquelle NKON.nl. Ansonsten google mal nach "Akkuservice Dellinger". Wenn Du ihn direkt kontaktierst, macht er Dir auch kundenspezifische Packs zu vernünftigen Preisen. Den Stress des Selbst-Zusammenlötens würde ich mir sparen und weniger erfahrenen Bastlern sowieso davon abraten. Als Zuleitung genügen für den hier beschriebenen Kopter Kabel mit 2,5mm2 Querschnitt.

 

Denke auch gleich an ein Lipo-Bag, um ihn sicherer transportieren / lagern zu können. Auch ein (oder gleich zwei, damit man einen in Reserve hat, wenn der erste verdödelt wurde) Lipo-Warner ist zu Anfang empfehlenswert, solange man noch nicht weiß, wie verlässlich die Telemetrie arbeitet.

 
Als Ladegerät kannst Du auch erst mal mit was Günstigem starten, hauptsache es ist auch für 6S LiPos und LiIons geeignet (Balancer-Anschluss) und hat auch einen Modus für eine Lagerungs-(ent-)Ladung. Von der Leistung her sollte es schon mindestens 100W liefern, ansonsten wird das Laden größerer Akkus zu sehr zur Geduldsprobe. Nach einiger Zeit wird es Dir nicht mehr reichen, dann kauft man meist ein Doppel-Ladegerät mit 2 x 200W oder mehr. Das "Kleine" kann dann aber immer noch auf Reisen seine Dienste leisten.
 



#10 Hugobert12

Hugobert12
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Geschrieben 29. September 2018 - 09:29

Welche Vorteile bieten Li Ion Akkus (ausser der Explosionsgefahr der Lipos)?

 

Spricht etwas gegen den 6s 12C 16Ah Multistar Lipo (2015g)? Vom Gewicht her müsste der doch fast identisch zu einem 6s7p mit VTC 6 Zellen sein.



#11 el Kopto

el Kopto
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Geschrieben 29. September 2018 - 10:28

Welche Vorteile bieten Li Ion Akkus (ausser der Explosionsgefahr der Lipos)?

 

Spricht etwas gegen den 6s 12C 16Ah Multistar Lipo (2015g)? Vom Gewicht her müsste der doch fast identisch zu einem 6s7p mit VTC 6 Zellen sein.

 

Li Ion Zellen haben gegenüber LiPos eine ca. 20-30% höhere Energiedichte. Du bekommst also mehr Flugzeit, wenn der Kopter über den gesamten Spannungsbereich (ca. 3.0 - 4,2 V pro Zelle - tiefer als 3 V würde ich ihn im normalen Gebrauch nicht entladen) stabil fliegt. Bringt aber nur was, wenn er grundsätzlich genügend effizient gebaut ist, also - grob gesagt - ohne zusätzliche Payload Flugzeiten deutlich über einer Stunde schafft. Auf das hier vorgestellte Projekt trifft das zu.

 

Ein 2 kg Lipo sollte auch noch gehen - ebenso wie ein 6S7P mit VTC6 Zellen. Ohne weitere Payload ist das dann schon ein echter "Langflug"-Kopter.

Ist letzlich aber eine Frage, wieviel zusätzliche Payload - also welche Kamera(s) und was für ein Gimbal - noch mitfliegen soll. Ich würde es vom Gewicht her so halten, dass inklusive Payload pro Motor nicht mehr als 900g Schwebe-Schub erzeugt werden müssen. Dann bleiben noch genügend Reserven. Wenn also z.B. Gimbal, Kamera(s) und Videoübertragung noch mal rund 600 - 800g extra ausmachen, würde ich eher einen 1,5 kg Lipo oder maximal einen 6S6P Zellen LiIon ins Auge fassen.



#12 el Kopto

el Kopto
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Geschrieben 30. September 2018 - 12:00

Hier noch mal ein Bild von der Seite mit umgeklappten Komponenten. Die Arme sind dort noch nicht geklappt. Den Klappmechanismus der Tarot-Frames sollte man auch nur dann strapazieren, wenn es wirklich nötig ist - z.B. weil man damit auf Reisen gehen möchte. Die Halteklammern sind zwar recht praktisch, aber bekannt dafür, dass sie im Winter (also in Kälte) beim Klappen gerne mal brechen.

 

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Die Kontermuttern von den Klapp-Beinchen (die ja eigentlich umfunktionierte GPS-Masten sind) sollte man vor dem Flug sehr fest anziehen, da sie sich durch die Nähe zu den Motoren bei längeren Flügen sonst losvibrieren können.

 

Zu den Quick-Releases, die man auf einigen Bildern auf den Motoren sieht:

Es sind welche von diesem Typ: https://www.professi...-adapter-black/

Leider sind die inzwischen nur noch zu abartigen Preisen zu finden. Ich habe sie früher bei einem Taiwanesischen Händler bestellt, wo sie für 16$ zu bekommen waren - leider gibt es den nicht mehr. Es sind aber aus meiner Sicht die besten, die man derzeit bekommen kann, da sie nicht nur gut zentrieren, sondern auch sicher gegen Lösen bei agressivem "Active Braking" sichern. Falls jemand eine andere Quelle auftut - vorzugsweise in der EU, bitte unbedingt hier teilen!

 

Zur Steifigkeit des Frames: Wir haben gerade parallel im Thread zum Langflug-Hexa eine Diskussion über Vibrationen (insbesondere "Z-Vibes"). Die entstehen auch bei gut gewuchteten Propellern bei hohen Geschwindigkeiten oder Steigraten, wenn der Frame nicht besonders steif ist. Der hier vorgestellte Frame ist zwar ziemlich leicht und klappbar, aber zählt dehalb auch nicht unbedingt zu den steifesten, high-speed tauglichen Frames. Für den angepeilten Zweck als Suchkopter mit langen Flugzeiten ist High-Speed auch nicht die Priorität.



#13 el Kopto

el Kopto
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Geschrieben 09. Oktober 2018 - 22:34

An dieser Stelle möchte ich kurz - zur Vermeidung von Doppel-Posts - auf eine Diskussion verweisen, die sich in einem parallel laufenden Thread zum 4-in-1 ESC ergab: (Posts #277 - #285)

 

Es ging um die Frage, ob die am 4-in-1 Regler verlöteten Kabel, so wie im ersten Post gezeigt, eine zusätzliche Zugentlastung haben sollten.
Meine Sicht dazu zusammengefasst: Wer vorhat, den Frame häufig zu klappen, sollte - auch wenn es bei dem nur 45° je Arm sind - zusätzlich eine Zugentlastung vorsehen. In meinem Falle - da ich den Frame voraussichtlich sehr selten bis gar nicht klappen werde, halte ich sie für verzichtbar. Die Argumentation hatte ich hier geliefert: http://www.kopterfor...last/?p=1122089


EDIT

Zu potentiellen Gimbals hatte ich hier in Post #4 ja schon was geschrieben. Für eine Thermal + einfache Tageslichtkamera sollte das genügen.

 

Wer jedoch ein hochwertigeres (deutlich präziseres und steiferes) Gimbal für Kameras bis 850g mit 3 Achsen und Encodern verbauen möchte, findet derzeit bei Globe-Flight das Rosewhite Dragon II Gimbal für 775 EUR (799 EUR abzüglich 3% Rabatt für Newsletter-Registrierung). Bislang lag es - je nach Händler - zwischen 1000 und 1100 EUR. Auch 775 EUR sind immer noch eine Menge Geld, allerdings wird man bei einem Eigenbau mit vergleichbar hochwertigen Komponenten wohl auch schon ungefähr beim halben Preis landen und hat dann noch eine Menge mehr Arbeit. Beim Controller sollte man dann darauf achten, dass man einen wählt, der auch Encoder unterstützt (also z.B. der BaseCam SimpleBGC 32bit Extended).

 

Das Dragon II ist eine gute Wahl für hochwertige Videos mit Kameras der APS-C / Super35 und Vollformat-Klasse, also z.B. Sony A6300 oder A7-Serie. Mit der Fuji X-T3 steht nun auch in dem Segment ein Kamera zur Wahl, die 4K Videos intern mit 10 Bit Codec aufzeichnen kann. Hoffen wir, dass Sony sich erbarmt und bei seinen anstehenden Neuerscheinungen auch diesen Schritt mitgeht.

 

Ehrlicherweise muss man aber auch sagen, dass für Kameras und Gimbals dieser Klasse der hier vorgestellte Kopter dann doch schon etwas unterdimensioniert ist. Wer so etwas fliegen will, sollte eher über einen Hexa-Kopter nachdenken, wie in diesem Thread beschrieben: http://www.kopterfor...-11kg-nutzlast/ oder den Umbau eines Tornado H920+, wie hier begonnen: http://www.kopterfor...pter/?p=1103607


Bearbeitet von el Kopto, 10. Oktober 2018 - 07:45.


#14 Upgrade 08/15

Upgrade 08/15
  • 519 Beiträge

Geschrieben 20. Oktober 2018 - 11:21

EDIT

Zu potentiellen Gimbals hatte ich hier in Post #4 ja schon was geschrieben. Für eine Thermal + einfache Tageslichtkamera sollte das genügen.

 

Ich habe dieses Gimbal als 'Rctimer 3 axis ASP Gimbal' gekauft (http://rctimer.com/product-980.html) und war sehr enttäuscht davon. Durch die Aufhängung nur auf einer Seite ist es instabil und ich musste signifikant tiefere PIDs verwenden als mit meinem Eigenbau-Gimbal. Dadurch habe ich bereits auf zwei komplett verschiedenen Kopter Resonanzprobleme (Kopter PIDs/Gimbal PIDs) bekommen. 

Da bei diesem Gimbal auch sehr viele Verbindungen nur mit einer Schraubverbindung fixiert sind (=wenig Redundant) und das verwendete Aluminium zu weich ist, würde ich das Gimbal nicht weiterempfehlen.

Ich habe es mit einem SimpleBGC, Storm32 und Storm32-nt getestet.

 

Aber wer weiss - vielleicht hatte ich auch einfach pech. 


Bearbeitet von Upgrade 08/15, 20. Oktober 2018 - 11:24.


#15 el Kopto

el Kopto
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Geschrieben 20. Oktober 2018 - 16:13

Ich glaube, Du hattest kein Pech, sondern mit einer für dieses Gimbal schon zu schweren Kamera getestet. Es ist aus meiner Sicht eine brauchbare Wahl, wenn man nur etwas leichtes (also z.B. die hier geplante Wärmebildkamera + vielleicht noch eine leichte optische FPV-Kamera) stabilsieren will. Der Vorteil ist, dass es dann recht günstig ist, leicht auf 2 Achsen reduziert werden kann (wie hier geplant) und sehr einfach balanciert werden kann.

 

Auch die Art der Aufhängung spielt eine Rolle und wie schwingungs- und vibrationsarm das Gesamtsystem ist. Je weniger steif der Rahmen und das Gimbal sind, umso schwieriger wird es, das ruhig zu bekommen. Mit dem Storm32 habe ich keine Erfahrungen, wäre aber nicht meine erste Wahl...

 

Eine Kamera der Art Sony Nex oder A6000 aufwärts würde ich mit dem Gimbal auch eher nicht mehr nutzen.







Auch mit einem oder mehreren dieser Stichwörter versehen: eigenbau, modellbau, multicopter, rehkitzrettung, wärmebild, thermografie

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