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Rehkitz-Rettung 2018

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96 Antworten in diesem Thema

#1 el Kopto

el Kopto
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Geschrieben 02. Juni 2018 - 14:21

Derzeit ist Mahd und da läuft die Rehkitz-Suche - und hoffentlich auch Rettung - wieder auf Hochtouren.

 

Es gab hier im Smalltalk bereits den einen oder anderen Thread dazu, der letzte ist aber recht länglich geworden und z.T. von Off-Topic Diskussionen durchsetzt. Ich würde mit diesem Thread gerne Erfahrungen teilen, die ihr in dieser Saison, also 2018 gemacht habt. Dabei finde ich sowohl Erläuterungen zur eingesetzten Technik als auch zur Vorgehensweise (was hat sich bewährt, was nervt etc.) hilfreich.

 

Das Ergebnis vom heutigen Tage habe ich hier mal als kleines Video zusammengefasst:

 

 

Abgeflogen wurden zunächst nur 6 Hektar, da uns später ein Regenschauer vertrieb. Die eingesetzte Drohne war noch die vom Vorjahr und die ist noch nicht regenfest. Wir identifizierten diverse Tiere (Jungtier, Ricke, Bock), die schon selbstständig flüchten konnten, aber auch ein noch sehr kleines Rehkitz konnte gefunden und gerettet werden. So, wie es am Boden lag, war es erst ungefähr so groß wie ein DIN A4 Blatt und noch total passiv. Es wurde dann von jemandem mit speziellen Handschuhen und mehren Lagen Gras dazwischen in eine Box mit Gras gesetzt und an einer sicheren Stelle wieder abgelegt. Es wäre ansonsten definitiv dem Mäher zum Opfer gefallen.

 

Zum Equipment:

Der Kopter war mein faltbarer Langstrecken-Kopter, den ich bereits hier beschrieb: http://www.kopterfor...für-die-praxis/

Als Doppelkamera war eine Kombination aus Smartphone und Thermalbild-Kamera an Bord, wie ich sie hier beschrieb: http://www.kopterfor...pter/?p=1092456 - allerdings noch die Version mit mittlerer Thermal-Auflösung (384x288 px) und 25 Hz. Die Doppelkamera war in diesem Falle einfach fest mit Kabelbindern mit Blick nach unten unter die Drohne geschnallt. Da die Plattform aufgrund ihrer Größe (86 cm Diagonale) sehr ruhig fliegt und auch kaum Wind war, kann man solche Suchmissionen durchaus auch ohne Gimbal machen, was sich natürlich positiv auf die Flugzeit auswirkt. Die Doppelkamera war über eine kleine 5 GHz Onboard-Funkstrecke an einen selbstentwickelten HDMI-Konverter angekoppelt, der das ganze dann als HDMI-Signal an die Lightbridge 2 liefert. Die Latenz beträgt dabei derzeit zwar rund 1 - 1,5 Sekunden, wird aber noch optimiert. Bei dieser Art von Suchmission hat es nicht nennenswert gestört.

Man hätte in der Region aber auch gänzlich ohne Lightbridge (stattdessen nur über LTE) fliegen können, da dort ausreichend Mobilfunk Versorgung ist.

 

Zum Vorgehen:

Das Filmchen zeigt ja bereits die Planung mit dem Waypoint-Editor und seiner Raster-Funktion. Dieser ist zwar Teil meiner PulseKraft Lösung, aber so plattformunabhängig, dass er auch für andere Flightcontroller genutzt werden könnte. Nur der anschließende Upload ist wieder Drohnen-spezifisch.

Wir sind dann in 30m Höhe geflogen, die Optik der Thermalkamera hat einen horizontalen Blickwinkel von 29°, so dass sich bei 20% Überlappung ein Korridor von rund 12,4m Breite ergibt. Die Korridor-Berechnung erfolgt im Waypoint Editor automatisch nach Angabe der Parameter.

Geflogen sind wir mit 5 m/s, was bei der Auflösung und der Flughöhe noch ausreichend Reaktionszeit lässt, wenn ein Fund durch das Bild huscht (die Geschwindigkeit sieht man z.B. bei 0:51).

Bei einer Flugstrecke von rund 2,7km ergibt sich eine theoretische Netto-Flugzeit von etwas über neun Minuten für die rund 4 Hektar der gezeigten Wiese. Da der Kopter aber an den Eckpunkten stets abbremst, sich neu ausrichtet und wieder beschleunigt und man etwas An- und Rückflugzeit plus Reserve kalkulieren muss, wären es schon rund 11-15 Minuten Nettoflugzeit.

 

Da der Kopter in der beschriebenen Konfiguration mehr als 45 Minuten Flugzeit mit einem Akku (6S 12.000 mAh) liefert, haben wir uns deshalb bei Fundstellen den Luxus gegönnt, den Kopter solange darüber hovern zu lassen, bis wir an der Stelle eingetroffen sind. Das erleichtert das Auffinden gegenüber einer Strategie, bei der erst im Nachgang die verdächtigen Stellen mittels GPS Koordinaten (und der damit verbundenen Ungenauigkeit) aufgesucht werden, enorm. Man kann sich über das Bild der Drohne dann ja auch selbst sehen und mit dieser Hilfe entsprechend einfach die Stelle identifizieren. Über so ein kleines Rehkitz in hohem Gras stolpert man eher, als das man es mit normalem "Tageslicht-Blick" sieht.

 

Eine kleine Wertung, die sicherlich wieder zu Diskussionen führen wird (hoffentlich konstruktiv), erlaube ich mir dann doch: Wenn ich im Nachgang betrachte, wie mühsam selbst mit soviel Unterstützung durch das Live-Luftbild und die schon recht ordentliche Auflösung die Suche immer noch ist, frage ich mich ernsthaft, wie die - vermeintlichen - positiven Erfahrungsberichte mit dem Yuneec H520 und der CGO-ET zustande kommen. Mit seiner geringen Thermal-Auflösung (160x120 px) dürfte für so kleine Objekte eine Flughöhe von unter 15 Metern erforderlich sein, wodurch sich die Korridor-Breite verringert und auch die Geschwindigkeit, mit der man noch halbwegs sicher ein Objekt erkennen kann. Dazu die recht begrenzte Flugzeit und die bei weitem nicht mit einer Lightbridge vergleichbare Reichweite. Ich kann mir nicht vorstellen, wie jemand damit innerhalb eines typischen Zeitfensters (ca. 05:00 bis vielleicht 07:00 Uhr - danach hat die Sonne bereits alles zu stark aufgewärmt und man hat ständig "false positives") eine praxisnahe Fläche ausreichend verlässlich abgesucht bekommt.


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#2 Michaelis

Michaelis
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Geschrieben 02. Juni 2018 - 14:23

Sehr coole Aktion, da hoffen wir doch mal, dass viele von den kleinen süßen Wesen gerettet werden und weniger zu schaden kommen  :-* spacer.gif



#3 fingadar

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Geschrieben 02. Juni 2018 - 18:38

Und auch von der Mitte der Republik, mit anderem System ein kleines Update.

Ich hatte ja vor kurzer Zeit als Baubericht unseren neuen SAR-Kopter vorgestellt: http://www.kopterfor...ärmebildkopter/

 

Mit ihm waren wir heute morgen ab 06.00 in der Rehkitzsuche unterwegs. 19 Hektar Suchgebiet, 9 gefundene Tiere, 3 Stunden Gesamtflugzeit (mit Einweisung der Helfer mit Zweitmonitoren mit dem Lifebild der Wärmebildkamera und Walkies).

 

Gestern Abend bekam ich vom zuständigen Jagdpächter eine Karte mit dem markierten Einsatzgebiet. Daraus habe ich dann gestern Abend im Büro am Desktop in qGroundControl das Suchgebiet definiert:

 

Angehängte Datei  Bildschirmfoto 2018-06-02 um 18.52.03 Kopie.jpg   1,34MB   3 Mal heruntergeladen

 

Die Datei habe ich dann auf mein Kopter-Tablet kopiert und dort die entsprechenden Kartenausschnitte von Google Maps in den Cache vorgeladen.

 

Ansonsten lasse ich mal die Bilder für sich sprechen :-)

 

Angehängte Datei  _MG_7481_1500px.jpg   899,98K   7 Mal heruntergeladen

Angehängte Datei  _MG_7484_1500px.jpg   333,62K   4 Mal heruntergeladen

Angehängte Datei  _MG_7495_1500px.jpg   859,84K   3 Mal heruntergeladen

 

Diese Aufnahme dokumentiert, denke ich, recht gut, weshalb Versuche in dem Bereich mit einer Realbild-Kamera ziemlich sinnlos sind:

Angehängte Datei  _MG_7507_1500px.jpg   965,83K   7 Mal heruntergeladen

 

Ja, auf diesem Foto ist ein Kitz. In der Alert-Ansicht der FLIR sieht das allerdings aus 50m Höhe so aus:
Angehängte Datei  20180602_051210 1.jpg   675,16K   4 Mal heruntergeladen

 

Angehängte Datei  _MG_7517_1500px.jpg   109,48K   4 Mal heruntergeladen

 

Noch ein paar blanke Daten und Fakten:

  • Wärmebildkamera: FLIR Vue ProR 640 mit 19mm-Optik
  • Operationshöhe: 50m (oberhalb aller Baumkronen :-))
  • Suchkorridorbreite 15m
  • Flugzeit pro Einheit 30 Minuten, 6 Akkuwechsel, Gesamtflugzeit mit Einweisung der Helfer (Hut ab vor deren Kondition!) 3 Stunden
  • Pixhawk mit Arducopter, qGroundControl, Planung des Flugs am Desktop, dann der Flugplan auf ein Android-Tablet.
  • Operationszeit mit 3 Standortwechseln: 6.00-11.30Uhr
  • Ausrüstung für die Helfer: 2 tragbare kleine Monitore, 4 Walkies

Viele Grüße, 

Stefan 

 


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#4 el Kopto

el Kopto
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Geschrieben 02. Juni 2018 - 23:52

Prima, das hat sich bei euch ja dann auch richtig gelohnt.

 

Was mir bei eurer Vorgehensweise nicht klar ist:
Nach meinem Kenntnisstand fliegst Du erst und anschließend wertet ihr die Aufnahmen aus, um die Helfer loszuschicken.

Wofür haben die Helfer dann die Monitore (die Drohne fliegt dann ja gar nicht mehr)?

Wie erfahren sie die genauen Koordinaten (das von Dir gezeigte Monitorbild der Thermal-Kamera enthält keine - und auch nichts an dem man sich sonst orientieren könnte).

Selbst wenn sie halbwegs genaue GPS Koordinaten bekommen (RTK nutzt ihr meineswissens nicht) und mit eigenen GPS-Devices loslaufen, bleiben immer noch ein paar Meter an Ungenauigkeit, was die Suche immer noch recht mühsam macht.

 

Bitte verstehe das nicht als Kritik - ich will nur genauer verstehen, worin sich unsere Vorgehensweisen unterscheiden und wie ihr zum Ziel kommt - vielleicht hilft das ja auch anderen.


EDIT: Noch ein paar Bilder:

 

Kitz in Transport-Box:

 

27653109777_77d04676d6_b.jpg

 

Startplatz:

 

40715311110_d6a2815bf0_h.jpg

 

Im Flug, kurz bevor der Regen kam:

 

40715312070_f2e257e945_h.jpg

 

 


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#5 fingadar

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Geschrieben 03. Juni 2018 - 11:35

Nach meinem Kenntnisstand fliegst Du erst und anschließend wertet ihr die Aufnahmen aus, um die Helfer loszuschicken.
Wofür haben die Helfer dann die Monitore (die Drohne fliegt dann ja gar nicht mehr)?

In diesem Fall haben wir das eigentlich genau so gemacht wie Du. Bei jedem möglichen Fund habe ich den Suchrasterflug unterbrochen und den Kopter über der Stelle schweben lassen. Dann sind die Helfer auf die Stelle zugelaufen und konnten sich auf dem kleinen Monitor, den sie dabei hatten (mit ab und zu noch etwas Regiehilfe über die Walkies :-)) dann irgendwann selbst sehen. So konnten sie genau auf die Stelle zulaufen.
Diese Methode ist tatsächlich die sicherste, einfachste, und für alle Beteiligten die angenehmste Methode, die auch ich präferiere. Mit den 30 Minuten Missionsflugzeit meines „Dex-Kopters“ klappt die Methode auch sehr gut.


Wenn ich im Nachgang betrachte, wie mühsam selbst mit soviel Unterstützung durch das Live-Luftbild und die schon recht ordentliche Auflösung die Suche immer noch ist, frage ich mich ernsthaft, wie die - vermeintlichen - positiven Erfahrungsberichte mit dem Yuneec H520 und der CGO-ET zustande kommen.

  
Ich rede mir da seit Monaten hier den Mund fusselig (mit entsprechenden Anfeindungen einiger Leute). Die Kombi CGO-ET taugt in dem Bereich nur mit Flughöhen von maximal 10-15m, und dann auch nur mit Suchkorridorbreiten von vielleicht 6-10m (durch den Optikwinkel). Aber da wird statt dessen auf das „professionelle Urteil“ ausgerechnet derjenigen gehört, die die Teile auch verkaufen.
Und auf irgendwelche youtube-Videos als Beleg verwiesen, in denen in bunten Zusammenschnitten demonstriert werden soll, wie toll das geht (in einem bekannten Video kann man schon an den Proportionen erkennen, dass die Flughöhe viel niedriger ist als behauptet).

Ich hatte hier letztens den Fall, dass bei einer Aktion mit der H520 der Anwender völlig geschockt feststellen musste, dass er bei einer Flughöhe von 20-25m tatsächlich 4 Tiere übersehen hatte, die dann zu Fuß glücklicherweise gefunden wurden.

Das heisst eben nicht, dass die Kombi per se unbrauchbar ist, sondern man muss eben wissen, wie man damit arbeitet. Aber rationell ist das nicht, in meine Beispiel oben waren die Terrainunterschiede des Gebietes schon größer als die maximale Flughöhe der H520/CHO-ET Kombi. Da ist dann nix mit großflächigem autonomen Suchrasterflug.

Viele Grüße,
Stefan
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#6 el Kopto

el Kopto
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Geschrieben 03. Juni 2018 - 14:14



Ich rede mir da seit Monaten hier den Mund fusselig (mit entsprechenden Anfeindungen einiger Leute). Die Kombi CGO-ET taugt in dem Bereich nur mit Flughöhen von maximal 10-15m, und dann auch nur mit Suchkorridorbreiten von vielleicht 6-10m (durch den Optikwinkel). Aber da wird statt dessen auf das „professionelle Urteil“ ausgerechnet derjenigen gehört, die die Teile auch verkaufen.

 

Jupp, dieselben Erfahrungen (inkl. Anfeindungen) mache ich derzeit auf FB & Co. auch. Ich antworte dann i.d.R. nur noch, dass es dann wohl jeder selbst mal probiert haben muss - und: wer billig kauft, kauft zweimal. Entgegengehalten wird mir dann, dass eben nicht jeder 15-20 TEUR für so ein Gerät ausgeben kann - neben der Einstiegs-Combo von Yuneec scheinen die Leute dann als Alternative wohl - dank üppiger Werbe-Budgets - nur einen M210 mit XT2 zu kennen. Da wird es samt benötigtem Zubehör (z.B. viele teure Akkus wegen ebenfalls viel zu kurzer Flugzeiten...) selbst mit 20 TEUR eng.

 

Wir hatten ja schon an anderer Stelle(+ Folgepost) vorgerechnet, was unsere Eigenbauten tatsächlich kosten.

 

Heute waren es bei mir noch mal 10 ha, auf denen sich 3 Kitze befanden. Bei meinem aktuellen Konzept mit der aus Smartphone und Thermal-Kamera bestehenden Doppel-Kamera, die ohne jegliche Kabelverbindung zum Kopter auskommt, ist im Moment der Smartphone-Akku der Bottleneck. Er ist bei dieser Nutzungsart in rund einer Stunde leergesogen. Habe mir aber schon zwei Reserve-Akkus bestellt - beim Samsung S5 kann man den ja zum Glück leicht wechseln. Bei neueren Smartphones mit festverbauten Akkus (wer auch immer sich diesen Sch.... ausgedacht hat :bang: ) muss man sich dann leider was anderes einfallen lassen.

 

Noch ein paar Fotos von heute:

 

In der Luft (man sieht die - recht pragmatisch am Frame befestigte - nach unten gerichtete Kamera. Auf das eigentlich vorne sitzende 2-Achs Gimbal des Jordana Frames habe ich zugunsten längerer Flugzeiten verzichtet. Bei dieser Nutzungsform geht es auch ohne Gimbal, solange nicht viel Wind herrscht):

 

28661317058_59c36df602_b.jpg

 

Am Boden (obenauf der - noch provisorische - Rechner für die drahtlose "HDMI-Bridge" zur Lightbridge):

 

27663983667_b7aec861cf_b.jpg

 

Zusammengeklappt - geht notfalls auch noch in einen Rucksack:

 

40726293030_d1b797c4e8_b.jpg


"Bodenstation" (auf der auch "ad hoc" direkt vor Ort die Waypoint-Mission geplant wird):

 

42483485432_99ece79350_b.jpg


Bearbeitet von el Kopto, 03. Juni 2018 - 14:22.

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#7 boxfish

boxfish
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Geschrieben 03. Juni 2018 - 17:15

Hier im Westen der Republik sind wir auch fleißig. Stand heute mittag: 34 Stk + einige Hasen und Füchse.

Mitstreiter wären bei der großen Nachfrage sehr willkommen.

Mein kleines Projekt ist hier im Clip zur letzten Saison zusammengefasst:



Eine Flugplanung am PC käme bei mir nicht in Frage, weil ich selten vorab die Flächen genannt bekomme.


Hier ein Mitschnitt aus der letzten Woche:


Die Kitze sind zurzeit von relativ groß und kräftig bis "Dreikäsehoch" und wenige Tage alt.

Bearbeitet von boxfish, 03. Juni 2018 - 17:18.

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#8 fingadar

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Geschrieben 03. Juni 2018 - 17:27

Die Kitze sind zurzeit von relativ groß und kräftig bis "Dreikäsehoch" und wenige Tage alt.

 

 

Super!

 

Mal eine Frage, nach Ansicht Deiner Videos: in welcher Höhe fliegst Du? 

 

Viele Grüße, 

Stefan 



#9 boxfish

boxfish
  • 27 Beiträge

Geschrieben 03. Juni 2018 - 17:32

Frühmorgens 50-60 m, danach 30-40 m.

#10 el Kopto

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Geschrieben 03. Juni 2018 - 19:57

Danke für das sehr ausführliche, informative Video, Boxfish.

 

Da war das Team ja auch schon fleißig dabei! Aus den Anzahlen identifizierter Kitze und den Flächen, die dafür abgeflogen wurden, könnte man ja eigentlich gewisse statistische Erkenntnisse ableiten, also so in der Art "pro ca. 3-4 Hektar ein Kitz". Wäre natürlich nur ein grober Anhaltspunkt und regional sicherlich noch unterschiedlich. Wir hatten auch zwei Kitze recht dicht beieinander und dann wieder 6 ha keines. Sicherlich sollte man mit Ableitungen aus solchen Statistiken vorsichtig sein, aber es könnte einem einen Anhaltspunkt geben, ob die Fundquote plausibel erscheint oder vielleicht die Suchstrategie bzw. das Equipment noch mal überdacht werden sollte. Stefan hatte ja schon das Beispiel geschildert, wo jemand mit der CGO-ET aufgrund zu hoher Flughöhe einiges übersah...

 

Da auch Boxfish die Strategie wählt, das Suchteam aus der Luft "hovernd" über das Kamerabild heranzuführen, kristallisiert sich wohl heraus, dass lange Flugzeiten die Arbeit für alle Beteiligten erheblich erleichtern. Leider ist mein "Stundenkopter" mit der 640er Kamera aufgrund einiger Lieferverzögerungen wesentlicher Teile noch nicht ganz fertig. Ich hoffe aber, mit ihm noch diese Saison in ca. 1-2 Wochen an den Start gehen zu können.

 

 



#11 boxfish

boxfish
  • 27 Beiträge

Geschrieben 03. Juni 2018 - 22:42

Ja, das stimmt, am Ende der Saison mache ich mal spaßeshalber die Quote für meine abgeflogenen Flächen fertig.

Eine Anmerkung noch:
Ist die Ansicht in deinem Video das Livebild, dass du beim Fliegen nutzt? Mir wäre das für 4-5 Std komzentriertes Draufschauen viel zu überladen mit Informationen, die ablenken.

Wofür die komplizierte Doppellösung mit Smartphone, RasPi jbd Lightbridge?

#12 el Kopto

el Kopto
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Geschrieben 04. Juni 2018 - 12:03

Eine Anmerkung noch:
Ist die Ansicht in deinem Video das Livebild, dass du beim Fliegen nutzt? Mir wäre das für 4-5 Std komzentriertes Draufschauen viel zu überladen mit Informationen, die ablenken.

 

Das ist derzeit die Live-Ansicht für den Piloten, der ja auch die Telemetrie im Blick haben muss und ggf. in die Mission (Pause/Resume etc.) eingreifen möchte. Wir arbeiten i.d.R. nur zu zweit; dem Kollegen im Feld genügen die Ansagen per Telefon oder Walkie-Talkie. Bei Bedarf könnte man das Bild inklusive der Telemetrie-Daten (also den Koordinaten) auch als Screenshot an Suchtrupps versenden.

 

Die Darstellung lässt sich aber auch aufteilen, so dass das Kamerabild (bzw. die von beiden Kameras) auf einem separaten Display erscheinen.

 

Das Doppel-Bild von der Drohne gibt es auch in einer "übersichtlicheren" Bild-in-Bild Variante, die ich als Beispiel im oben schon verlinkten Wärmebild-Kamera Thread gezeigt hatte (leider ohne Kitz):

 

41079827525_3d53ee6e1b_b.jpg

 

Auch eine Umschaltung zwischen den beiden Bildern und eine halbtransparente Überlagerung ist vorgesehen. Letztere ist natürlich eher ein Gimmick und bei der Kitz-Suche liefert sie wenig Mehrwert. Der Kopter soll aber auch andere Such-/Inspektionsmissionen erfüllen, wo es hilfreich sein kann.

 

 

Wofür die komplizierte Doppellösung mit Smartphone, RasPi jbd Lightbridge?

 

Die Vorzüge einer Lightbridge hinsichtlich Bildqualität und Reichweite sind sicherlich bekannt.

 

Ich hatte vorher die Lösung aus einem Android-Board, einer separaten Kamera und der Thermal-Kamera aufgebaut und in ein 3D-Druck-Gehäuse "verpackt". Die Stromversorgung bekam es über einen Spannungsregler von der Drohne und lieferte das HDMI-SIgnal direkt per Kabel an die Lightbridge:

 

36510823963_9577ea24eb_b.jpg

 

Das war aber auch zugleich der Nachteil, denn mich stören bei Eigenbau-Gimbal-Lösungen meistens die HDMI-, Stromversorgungs- und Steuer-Kabel. Als Flachkabel produziert das HDMI-Kabel mangels ausreichender Schirmung nicht selten Störungen (z.B. des GPS-Signals) und ein besser geschirmtes Kabel ist dann wieder steifer und behindert das Gimbal. Es wäre auch recht mühsam geworden, das ganze regenfest zu bekommen und noch weitere Sensoren zu verbauen.

 

Mit der neuen Lösung kann ich komplett kabelfrei arbeiten (es besteht nur eine - nicht störende - 5 GHz Funkstrecke zwischen Smartphone und dem "Bridge-Rechner", der sowieso an Bord muss, um noch andere Steuerfunktionen zu übernehmen). Außerdem sind viele Smartphones bereits von Haus aus regenfest, haben noch GPS an Bord (Geo-Tagging der Bilder etc.).

 

Last-but-not-least ist die Lösung durch die Möglichkeit, das Bild alternativ über LTE zu streamen, auch für BVLOS-Szenarien geeignet. Setzt dann aber eine enstprechende Netzabdeckung voraus und verursacht zusätzliche Kosten für die nicht ganz unerheblichen Datenmengen.

 

Viele haben noch Smartphones rumliegen, die vielleicht nicht mehr der allerneueste SchickiMicki sind, aber für den Zweck vollkommen ausreichen. Last-but-not-least lässt sich die Lösung auch einfach in anderen Konstellationen nutzen:

 

39530953272_75cedb1201_b.jpg



#13 Jo_Nopp

Jo_Nopp
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Geschrieben 04. Juni 2018 - 13:50

Hallo,

 

eine tolle Sache vorher die Wiese / Acker abzufliegen!

Was zahlt der Bauer / Auftraggeber für solche Flüge?



#14 fingadar

fingadar
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Geschrieben 04. Juni 2018 - 16:43

Was zahlt der Bauer / Auftraggeber für solche Flüge?

 

 

Zu wenig :) Genaue Angaben sind hier im Forum, glaube ich, nicht zulässig.

 

Viele Grüße, 

Stefan



#15 cluedo

cluedo
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  • OrtLeutenbach
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Geschrieben 04. Juni 2018 - 16:54

Klasse Sachen macht ihr, sowas sollte mal in den Zeitungen kommen - Thumbs Up





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