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Projekt hochredundanter, BVLOS-tauglicher longrange HD Kopter

eigenbau modellbau multicopter redundanz hexa

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95 Antworten in diesem Thema

#16 fingadar

fingadar
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Geschrieben 03. Januar 2018 - 10:41

Allerdings fallen die Kosten doppelt an...

Deine LTE-Preisbeispiele klingen ja schon mal besser, als meine letzten Recherchen (ist aber auch noch etwas länger her). Das mit dem doppelt habe ich gerade aber nicht verstanden?
Das Problem dabei ist nur natürlich die Abdeckung. Wir hier im Mittelgebirge haben da einfach zu viele Löcher (Vodafone z.B. ist da wirklich sehr löchrig). Im Norden Deutschlands habt Ihr die Probleme weniger. Ich war ja gerade über Weihnachten wieder in Ostfriesland, da ist halt das höchste an Erhebung der Windrad-Park.
 

Das von Stefan umgesetzte Konzept erlaubte nur die Umschaltung vom Pix auf iNAV. Bei 2x iNAV klappt vielleicht auch die Rück-Umschaltung.

MIt vollster Absicht, meine Umschaltung ist deshalb sogar selbst verriegelnd. Das Problem ist, dass Du bei einem modernen FC mit allen Assistenz- und Failsafe-Vorrichtungen eben nicht sagen kannst, in welchem Zustand sich der FC befindet, wenn er einmal "abgeklemmt" war. Im schlimmsten Fall ist er im Disarming, da er glaubt, der Multikopter sei gecrasht, weil (logischerweise) auf seine Regelausgabe keine adäquate Reaktion erfolgte. Ich habe in der Anfangszeit ohne die Selbstverriegelung mal aus Versehen nach dem Landen mit dem Backup-FC den primären wieder zugeschaltet. Seitdem gibt es die Selbstverriegelung :-)

Ich habe das bei meinen Entwicklungen sehr lange beobachtet, und es ist tatsächlich so, dass alles, was "intelligenter" als eine Naza oder INAV im Horizont- oder Angle-Mode ist, früher oder später als "Backup-Mitläufer" Probleme macht.

bzgl. Akku-Redundanz könnte ich die Lipo-Decoupler empfehlen, 50A Dauer und 150A Spitze (15 sec.) sollten pro Lipo normalerweise reichen:

Der klingt eigentlich sehr interessant. hast Du den im praktischen Einsatz? Wird der warm?

Zu Thema Umschaltplatine, weil ich gefragt worden bin:
Ich würde mich bereit erklären, eine SMD-Version zu routen und ein paar Platinen fertigen zu lassen. Die würde ich dann zum Selbstkostenpreis (sind erfahrungsgemäß ein paar wenige €, wenn ein paar zusammen kommen) abgeben. Sinnigerweise würde ich sie bis maximal Okto-Betrieb auslegen.
Wie gesagt, die Schaltung ist rein passiv und hat keine "Umschalt-Intelligenz", die muss dann je nach Wunsch und Gusto noch extern dran. Sie kann in ihrer jetzigen Form aber auf ein normales RC-Signal hin umschalten, verriegelt sich selbst und hat jeweils noch einen 5V-Schalteingang und einen Rückmeldekanal für eine externe Logik. Achja, und ein einfacher Beeper kann dran, um im Umschaltfall sich akustisch bemerkbar zu machen.
Eine allgemein verwendbare Umschaltlogik lässt sich sicherlich auch entwickeln, wenn aus diesem Thread hier wirklich vielleicht auch ein kleines Projekt wird.

Wer Interesse an einer Leerplatine hat, schickt mir einfach in den nächsten Tagen bitte mal eine PM.

Viele Grüße,
Stefan
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#17 WiSi-Testpilot

WiSi-Testpilot
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Geschrieben 03. Januar 2018 - 11:44

Ich würde gerne noch mal kurz auf das 5 GHz Thema zwecks digitaler Bildübertragung zurückkommen (5,8 GHz ist ohnehin nur für analoge Übertragung vorgesehen). Schaut man sich die Verfügung der Bundesnetzagentur an...
https://www.bundesne...icationFile&v=3
 
...dann ist nur der Frequenzbereich 5470 - 5725 für die Nutzung außerhalb geschlossener Räume zulässig. Auch hier gilt dann noch folgende Einschränkung:
"6. Funkübertragungsstrecken zwischen WAS/WLAN-Funkstellen an Bord von Luftfahrzeugen und Funkstellen außerhalb von Luftfahrzeugen (z. B. am Boden) sind nicht gestattet."
 
Ich frage mich deshalb, ob damit z.B. eine Connex, die in dem Bereich arbeitet, überhaupt in DE zulässig ist. Wenn ja, dann wäre dies hier vielleicht die interssantere Alternative: https://www.foxtechf...deo-system.html
Zumindest dann, wenn auch der Bereich 5470 - 5725 einstellbar ist (in deren Demo-Video nutzen sie 5180 MHz, was in DE nur innerhalb geschlossener Umgebungen erlaubt wäre).


Zitat von el Kopto:“ 5,8 GHz ist ohnehin nur für analoge Übertragung vorgesehen“

Wo steht das denn?

Die Connex Systeme kann man auf Indoor oder Air to Ground einstellen.
Indoor hat man 200 mW ab 5.1 GHz. Mit 20 MHz Bandbreite hat man dort 8 Kanäle, mit 40 MHz Bandbreite die Hälfte. Das ist in DE nur in geschlossenen Räumen zulässig, fliegen darf man damit nicht.

Air to Ground hat bei 20 MHz Bandbreite 7 Kanäle und 25 mW im Bereich 5.8 GHz.

Nachtrag zum Mini (der Vollständigkeit halber): das Mini Air Module kann nun auch mit der großen Bodenstation verbunden werden und hat dann ebenfalls 1 km Reichweite.
Viele Grüße,
Wilhelm



#18 el Kopto

el Kopto
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Geschrieben 03. Januar 2018 - 13:49

Deine LTE-Preisbeispiele klingen ja schon mal besser, als meine letzten Recherchen (ist aber auch noch etwas länger her). Das mit dem doppelt habe ich gerade aber nicht verstanden?

 

Doppelt deswegen, weil das Volumen zum einen auf dem Kopter verbraucht wird und zum anderen auch noch mal auf Empfangs-Seite (es sei denn, Du hast ein WLan in der Nähe und kannst darüber den Stream "surfen").

 

Zitat von el Kopto:“ 5,8 GHz ist ohnehin nur für analoge Übertragung vorgesehen“

Wo steht das denn?

 

Hmm, das hatte ich früher mal irgendwo gelesen und bei mir so im Kopf verdrahtet. Kann es aber jetzt auch nicht mehr finden. Wenn auch digital erlaubt ist, wären jedenfalls die 5.8 GHz Bänder aufgrund der anderen, o.g. Einschränkungen auf den 5 GHz WLan-Frequenzen seitens Bundesnetzagentur wohl die einzige legale Möglichkeit.



#19 hornetwl

hornetwl
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Geschrieben 03. Januar 2018 - 22:03

Akku-Redundanz

Einfache Parallel-Schaltung zweier LiPos reicht natürlich nicht aus. Es fehlt eine zusätzliche Schaltung, die einen Akku "abklemmt", sofern sein Spannung gegenüber dem anderen einbricht und sich ein Rück-Strom bildet. Ggf. lässt sich hier schon etwas mit entsprechenden Hochstrom-tauglichen Dioden bewerkstelligen. 

 

Wer Dioden in Durchlassrichtung in Stromkreise mit induktiven Verbrauchern einbaut, lernt füher oder später Hochspannung kennen.

 

Das erinnert an die ersten (Empfänger-)Akkuweichen im Modellflug. Überall fielen Turbinenjets im Wert eines Kleinwagens vom Himmel und jeder kratzte sich ratlos am Kopf. Bis dann mal irgend jemand herausgefunden hat, dass starke Servos und hohe Fluggeschwindigkeiten (=hohe Rückstellkräfte an den Rudern) bei bestimmten Manövern zu induzierten Spannungen führen können. Diese können durch die Dioden nicht zurück in den Akku. Der Empfänger fand die 50V im Bordnetz dann nicht so toll...

 

Alles in allem eines von sehr vielen Beispielen, wo gut gemeinte Redundanz die Zuverlässigkeit durch mangelhafte Ausführung massiv reduziert.


Bearbeitet von hornetwl, 03. Januar 2018 - 22:07.


#20 el Kopto

el Kopto
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Geschrieben 03. Januar 2018 - 22:31

Wer Dioden in Durchlassrichtung in Stromkreise mit induktiven Verbrauchern einbaut, lernt füher oder später Hochspannung kennen.
 
Das erinnert an die ersten (Empfänger-)Akkuweichen im Modellflug. Überall fielen Turbinenjets im Wert eines Kleinwagens vom Himmel und jeder kratzte sich ratlos am Kopf. Bis dann mal irgend jemand herausgefunden hat, dass starke Servos und hohe Fluggeschwindigkeiten (=hohe Rückstellkräfte an den Rudern) bei bestimmten Manövern zu induzierten Spannungen führen können. Diese können durch die Dioden nicht zurück in den Akku. Der Empfänger fand die 50V im Bordnetz dann nicht so toll...

 
Danke für den Hinweis. Deshalb wird hier wohl auch eine Shottky-Diode verwendet:
 

Diese würden auch gehen (hatte ich selbst verbaut
https://www.der-schw...tikoper-a180362
allerdings ist hier eine Verlustspannung von rund 0,2V zu beachten, da sind die Lipo Decoupler besser


Allerdings könnten auch die 45V schon zu hoch sein. Da ist die MOSFET basierte Variante, wie schon von Sonic22 empfohlen, sicherlich die bessere.



#21 H2SO4

H2SO4
  • 40 Beiträge

Geschrieben 04. Januar 2018 - 14:09

Hallo,

 

ich hab die LiPo Decoupler von MicroKopter verbaut. Die sollen ja genau das Problem mit dem Stromrückfluss lösen. Ausgiebig Testen konnte ich, dank der 300 Tage Regen letztes Jahr noch nicht,

Sobald es mal Trocken ist kann ich mal nen Testschweben machen und mal gucken wie sich da die Temperaturen einstellen. Vorausgesetzt die Kiste fliegt jetzt mal ordentlich. 



#22 fingadar

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Geschrieben 04. Januar 2018 - 14:30

ich hab die LiPo Decoupler von MicroKopter verbaut. Die sollen ja genau das Problem mit dem Stromrückfluss lösen. Ausgiebig Testen konnte ich, dank der 300 Tage Regen letztes Jahr noch nicht,

Sobald es mal Trocken ist kann ich mal nen Testschweben machen und mal gucken wie sich da die Temperaturen einstellen. Vorausgesetzt die Kiste fliegt jetzt mal ordentlich. 

 

 

Halte uns mal bitte auf dem Laufenden. Allerdings gefällt mir so etwas wie der Decoupler recht gut. Laut Wiki ist der Spannungsverlust mit 0,02V bei 40A angegeben. Frage an die Anlog-Profis: ist das realistisch?

 

Das Beispiel von hornetwl hinkt nebenbei meiner Meinung nach übrigens etwas, da in unserem Fall eventuell induzierte Spannungen im "Hochvolt"-Bereich auftreten und nicht hinter den BECs im 5V-Bereich.

 

Viele Grüße,

Stefan



#23 hornetwl

hornetwl
  • 171 Beiträge
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Geschrieben 04. Januar 2018 - 16:47

Ob Schottky oder nicht, ist komplett egal. Wenn der Motor sich zum Generator berufen fühlt, wird er die Spannung motorseits der Weiche über die Akkuspannung hinaus anheben. Das macht er so lange, bis sich ein Stromfluss entgegen der normalen Richtung einstellt, der den Anstieg bremst. Wenn die Ableitung der überschüssigen Energie in Richtung Akku aufgrund einer nun sperrenden Diode nicht funktioniert, werden in der Theorie unendliche Spannungen erreicht. In der Praxis erbarmt sich früher oder später entweder die teuerste oder die wichtigste elektronische Komponente und nimmt einen einmaligen Nebenjob als nicht rücksetzbaer Überspannungsableiter an.

 

Der Decoupler scheint das Problem mit einer fixen Stromschwelle lösen zu wollen, den Ansatz finde ich aber ziemlich haarstäubend. Die Schwelle wird vermutlich gut genug funktionieren, um den Effekt auf dem Prüfstand und bei harmlosen Testflügen zu verstecken (Grüße von VW ;) ), um dann im Ernstfall hinterrücks zuzuschlagen. So dumm ist Murphy dann doch nicht...

 

Was man machen könnte: 3 Stromsensoren (1x verbraucherseitig, zweimal akkuseitig) und einen uC, der die Datenflut auswertet und im Falle eines Querstroms blitzschnell trennt. Wer meldet sich freiwillig für die FMEA für das komplexe, schwere und vermutlich teure Ding und weist nach, dass die Ausfallgefahr mit einer solchen Weiche geringer ist als ohne? Bis dahin: lieber mit einem gesunden Akku fliegen als mit zwei halbtoten...

 

@H2SO4

Keine Sorge, beim Schweben wird alles funktionieren. Hier das Rezept für die Katastrophe: Allen Ballast vom Copter entfernen und größtmögliche Props montieren (-> niedrige Kreisflächenbelastung). Dann den Leanwinkel erfliegen, wo der Copter maximale Fahrt erreicht (um die 10-15° bei guten Setups). Auf Althold schalten, maximal beschleunigen, schlagartig hochziehen / bremsen. Ohne AltHold gehts auch, dann musst Du beim Hochziehen koordiniert Gas wegnehmen. Nachmachen auf eigene Gefahr - ich habe dabei schon mehr als -20A gemessen, was etwa 30% des Vollgastroms entspricht.


Bearbeitet von hornetwl, 04. Januar 2018 - 17:01.


#24 el Kopto

el Kopto
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Geschrieben 04. Januar 2018 - 17:14

@horntwl: Deine Skepsis hinsichtlich der Ausfallwahrscheinlichkeit ist natürlich berechtigt. Viele Redundanz-Konzepte sind unterm Strich selbst anfälliger, als eine simplere, sauber aufgebaute, gut getestete und besser beherrschbare Lösung ohne Redundanz - insbesondere, wenn der Faktor Mensch und die Möglichkeit der Fehlbedienung da noch mit ins Spiel kommen. Über manche Dinge lässt sich jedoch mit Zulassungsbehörden oder Kunden nicht diskutieren. Sie schreiben es in die Bestimmungen oder ins Lastenheft oder was auch immer und das war's dann...

 

Beim oben genannten Lipo-Decoupler habe ich allerdings den Eindruck, dass sich die Leute durchaus ein paar Gedanken gemacht und vielleicht auch etwas mehr als nur Schwebeflug getestet haben. Wenn man zwei Akkus mit zwei Decouplern angeschlossen hat, können zumindest in der Theorie schon mal 18A zurückfließen. Ich denke, das nimmt bereits einiges an Schrecken von dem Szenario. Bei den Schottky Dioden sogar ab Erreichen der Durchbruchspannung soviel, wie sie eben abkönnen.

 

Nachdem mir inzwischen zwei µC auf meinem Motorteststand - mutmaßlich - ebenfalls durch zu hohe Spannungen bei der Rückinduzierung durch hartes Abbremsen (und das ohne Lipo-Decoupler oder Schottky-Dioden) zerschossen wurden, weiß ich in etwa, wovon Du sprichst. Auf so einem Teststand lässt sich das übrigens wesentlich besser und gefahrloser austesten, als in der Luft.



#25 H2SO4

H2SO4
  • 40 Beiträge

Geschrieben 04. Januar 2018 - 17:34

Danke Jungs, jetzt habt Ihr mich zum grübeln gebracht. :-)

 

Ich weiß nicht wie die Motoren bei einer X8 Configuration angesteuert werden, aber wenn z.B. der untere Motor kein Signal bekommt oder im Leerlauf sein sollte wird er durch den Abwind vom oberen Motor angetrieben. 

Hab ich zumindest bei einem Motor-Einzeltest, im eingebauten zustand, gesehen.

 

Nach meiner Logik können die Motoren aber nicht mehr Strom erzeugen als sie Aufnehmen würden. Oder hab ich da was falsch verstanden? Bei den T-Motor Antigravity 4004 sind das doch irgendwo um die 8Ah bei 100% Leistung.

Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass ich von allen 8 Motoren gleichzeitig einen Rückstrom bekomme.



#26 hornetwl

hornetwl
  • 171 Beiträge
  • Alles, was länger als eine Stunde fliegt.

Geschrieben 04. Januar 2018 - 17:54

Auf so einem Teststand lässt sich das übrigens wesentlich besser und gefahrloser austesten, als in der Luft.

Vorsicht - Denkfehler: auf dem Teststand hast Du nur die Energie aus der Propellerträgheit zum Antrieb des Generators zur Verfügung, genau genommen sogar nur einen Bruchteil davon. Beim beschriebenen Flugmanöver ziehst Du die Ernergie aber aus der Anströmung und aus der Trägheit des gesamten Copters (3kg statt 30g). Nach meiner Erfahrung ist Ersteres im Vergleich zum Letzteren fast vernachlässigbar.

 

 

Nach meiner Logik können die Motoren aber nicht mehr Strom erzeugen als sie Aufnehmen würden. Oder hab ich da was falsch verstanden? Bei den T-Motor Antigravity 4004 sind das doch irgendwo um die 8Ah bei 100% Leistung.

Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass ich von allen 8 Motoren gleichzeitig einen Rückstrom bekomme.

Du denkst zu statisch - im schnellen Vorwärtsflug herrschen komplett andere Bedingungen als an einem in der Werkstatt festgeschraubten "Ventilator" (a.k.a Teststand). Wie oben geschrieben, habe ich bislang maximal 30% Vollgasstrom als Rückstrom gesehen (Quad, 17", 2,5kg). Ich würde aber nicht darauf wetten, dass es nicht unter anderen Bedingungen schlimmer sein kann. Das oben beschriebene Manöver ist nicht mehr als ein Zufallsfund.


Bearbeitet von hornetwl, 04. Januar 2018 - 17:56.


#27 Jarodp

Jarodp
  • 140 Beiträge

Geschrieben 04. Januar 2018 - 19:29

Ich habe hier mal aus Interesse mitgelesen - sehr interessant :)

 

Mal ein paar Bemerkungen aus Sicht des Elektronikers:

 

- Finger weg von Schottky-Dioden (oder anderen)

  Die 0,2V gelten für 1A, bei 40A sind das ca. 0,6V, macht 24 W !!!! Da braucht man schon

  einen netten (und fetten!!!) Kühlkörper dazu.

 

- Vorrausgesetzt, ESC´s haben normale MOSFET und keine extra angefertigten (wäre seltsam)

  führt eine erzeugte Überspannung des Motors zum Stromfluß durch die integrierten Schutz-

  dioden, was sogar noch den Akku laden würde :)

  Eine Diode in der Akku-Zuleitung verhindert das.

 

- Einzig sinnvoll sind niederohmige MOSFET, z.B. der NTMFS4897NF.  2 davon parallel

  schaffen problemlos 1 mOhm, gibt bei 40A  40mV -> 1,6W, das ist mit bissel Alublech

  wegzuschaufeln.  Eine kleine Logik dran, die den Akku ab- oder zuschaltet und fertig.

 

Wie diese Decoupler arbeiten - keine Ahnung, gibt ja kein Schaltbild.

 

Was mir überall auffällt und immer zu Problemen führt, ist das Stromversorgungskonzept

der Elektronik (die 5V-Seite). Alles, was 5V braucht, zusammengeführt und irgendwie

versorgt.... Katastrophe :(

Ein brauchbares Konzept wäre z.B. vom Akku auf einenSchaltregler, der 8V ausgibt und an

jeder Baugruppe einen 7805. Das ergibt eine stabile, störfreie Spannung. Und Vorsicht bei den

ganz kleinen 5pol. Dingern, die auf Arduino & Co drauf sind, die schaffen nur 50 mA.

Dann hört auch die Meckerei über Minim-OSD auf ;)

 

- Vorteilhaft wäre es auch, wenn eine möglichst große metallische Fläche auf Masse gelegt wird,

  ein Kopter mit seiner Elektronik ist EMV-technisch recht schlimm.  Schaltregler und alles was

  über 50MHz arbeitet helfen da auch nicht gerade.

 

Bei den neuen FC´s mit CPU´s wie F7 kenne ich mich nicht aus, was liefert da die Telemetrie ?

Reicht da die Überwachung der Sensoren oder wäre es besser, z.B. die Propellerdrehzahl direkt

(also am Propeller) zu überwachen, um einen Ausfall festzustellen ?

 

Die andere Frage - was fällt in der Praxis am meisten aus ? FC oder Leistungs-Bauteile, gibts

da irgendwo Erfahrungen ?

 

Nur mal so ein paar Gedanken :)

 

Gruß, Jarod


Bearbeitet von Jarodp, 04. Januar 2018 - 19:30.

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#28 hornetwl

hornetwl
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Geschrieben 04. Januar 2018 - 19:59

Die andere Frage - was fällt in der Praxis am meisten aus ? FC oder Leistungs-Bauteile, gibts
da irgendwo Erfahrungen ?

Die Frage ist m.E. goldrichtig.

Bei mir sinds eindeutig Drähte. Und nein, ich bin kein Löt-Grobmotoriker  ;) . Hin und wieder versagt die Struktur, das ist durch spezielles Interesse am Leichtbau bedingt. Manchmal fallen Regler aus, in der Regel sind das aber eher Funktionstörungen wie Sync-Verluste durch ungeeignete Antriebskonfiguration. Tote FCs im Flug: 0, am Boden eine (offene Servosteckerleiste mit 6s-Plus getroffen und Platine verdampft - doppelte eigene Blödheit). 


Bearbeitet von hornetwl, 04. Januar 2018 - 20:00.

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#29 H2SO4

H2SO4
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Geschrieben 04. Januar 2018 - 20:01

@hornetwl
Das beschriebene Manöver klingt interessant. Aber ich frage mich wie oft man solch ein Manöver mit einem Copter in der "Hugo Klasse" fliegt. Immerhin sind da ab 2000 Euro in der Luft. Klar kann es notwendig sein, aber ich würde es nicht als Standart Manöver ansetzen.
Wieviel der Rückströme kann man denn mit Stützt ElKo's wegbügeln?
Über welchen Zeitraum treten die Rückströme auf?

@all
Werden die Daten von den Mauch Stromsensoren eigentlich im Ardupilot als kurve ins log geschrieben oder ist das noch vom FC abhängig? Ich hab den Pixhawk 2.1 verbaut.

Die wichtigste Frage ist, wie wahrscheinlich ist das auftreten von solch hohen strömen und die dadurch zerstörte Elektronik?
Ich könnte mir vorstellen, dass es wahrscheinlicher ist, dass ein LiPo schlapp macht.

Irgendwann ist ein Punkt erreicht, an dem fliegt da nur noch Regel und Überwachungstechnik ohne Nutzlast rum.
Wenn man das will, sollte man das System doppelt redundant auslegen.
Dann würde ich bei meine x8 die Stromkreise oben und unten trennen und mit je 2 Akku versorgen usw.
Aber das halte ich für völlig übertrieben.

#30 hornetwl

hornetwl
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Geschrieben 04. Januar 2018 - 20:53

@hornetwl
Das beschriebene Manöver klingt interessant. Aber ich frage mich wie oft man solch ein Manöver mit einem Copter in der "Hugo Klasse" fliegt. Immerhin sind da ab 2000 Euro in der Luft. Klar kann es notwendig sein, aber ich würde es nicht als Standart Manöver ansetzen.

Bevor ich 2000 EUR dranhänge, und damit dann bei Wind, Wetter und Thermik(!) fliege - womöglich noch über fremdem Eigentum - probiere ich sowas mit einem neuen Copter schon gerne mal aus. In der Regel ist die Realität bösartiger und vor Allem einfallsreicher, als der gemeinste Tester.

Die Rückspeisung lag bei mir so für 0.5 bis zwei Sekunden an, je nachdem wie gut das Timing, der Wind und die Mondphase passen. Nehmen wir im Mittel mal 10A für 1 Sekunde an -  rechnet sich schön im Kopf - das sind dann 10 As. Ein Elko vom 1 Farad (also 1 Mio µF) entspricht, wenn ich mich recht erinnere, einer Ladung von 1 As/V. Der Kondensator wird seine Spannung um 10V von 22 auf 32V erhöhen. Der Regler könnte das mit etwas Glück kurzzeitig überleben. 1Mio µF in LowESR-Ausführung und mit 80V Spannungstoleranz sind jedoch eher sperrig ...

 

@all
Werden die Daten von den Mauch Stromsensoren eigentlich im Ardupilot als kurve ins log geschrieben oder ist das noch vom FC abhängig? Ich hab den Pixhawk 2.1 verbaut.

Ja, wenn Bit CURRENT in LOG_BITMASK gesetzt ist.
 
 

Ich könnte mir vorstellen, dass es wahrscheinlicher ist, dass ein LiPo schlapp macht.

Wenn Du den Akku bis zu seinem Lebensende fliegst, ist die Wahrscheinlichkeit per Definition bei 100%. Die Frage ist, ob sich sowas nicht vorher ankündigt. Und dann sind wir wieder bei dem Punkt ein gesunder vs. zwei halbtote Akkus.


Bearbeitet von hornetwl, 04. Januar 2018 - 20:53.






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