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ND/PL Filter - richtige Montage

dji mavic drohne quadrokopter

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30 Antworten in diesem Thema

#31 Simineon

Simineon
  • 390 Beiträge
  • DJI Mavic Pro

Geschrieben 17. Oktober 2017 - 06:25

Keine Ahnung, von was da die Rede ist, aber so wie es da steht, ist es bock falsch. Der ND Filter wird immer in Blickrichtung ausgerichtet und zwar in der vertikalen Achse. Ein Rotieren des Kopters um die eigene Achse ändert überhaupt nichts an der Polfilterausrichtung. Lediglich eine Rotation des Filters selbst würde zu einem "Durchfahren" der Stättiungen der einzelnen Strahlen führen.
Licht fällt von der Sonne unpolarisiert auf Objekte, wird von den Objekten absorbiert und teilweise als polarisiertes Licht zurückgeworfen und das in alle Richtungen (so bekommen die verschiedenen Objekte auch ihre Farbe). Wichtig sind aber nur die polarisierten Strahlen in Richtung des Objektivs.

Wäre die Aussage von Simineon korrekt müsste ich ja bei jeder Aufnahme (egal ob Video oder Fotografie) z. B. auf Hochzeiten oder anderen Events, ständig an meinem Polfilter auf der Kamera drehen, wenn ich mich selbst bewege und z. B. ein Objekt aus verschiedenen Winkeln ablichte... Und das ist nun wirklich nicht der Fall.

 

Natürlich reden wir von einem ND/Pol-Filter (also den Hybrid), ein reiner ND-Filter verdunkelt ja nur.

 

Ein Polfilter filtert Reflexionen an nichtmetallischen Gegenständen, das Maximum an polarisiertem Licht (bei Glas) findet man bei einem Winkel von ca. 55° (Brewsterscher Winkel); in dem doppelten dieses Winkels zur Sonne (Einfallwinkel=Ausfallwinkel) fotografiert hat der Polfilter seine maximale Wirkung. Unter- oder überschreitet man diesen Winkel, so ist der Anteil an polarisiertem Licht deutlich kleiner, der Filter kann also deutlich weniger Licht herausfiltern.

 

Natürlich tritt bei sehr kleinflächigen Oberflächen dieser Effekt bei weitem nicht so stark auf, deswegen ist das Beispiel von Officier auch ziemlich daneben. Auf Wikipedia gibt es übrigens ein sehr schönes (leider statisches) Bild, das die Winkelabhängigkeit der Poleffektes sehr gut zeigt. Würde ich in diesem Bild die Bildachse des Kopters links halten, so würde ich natürlich den hellen Himmel aufnehmen, drehe ich nun den Kopter um seine Hochachse, so wird der Himmel immer dunkler, je näher ich der Mitte komme, bis er schliesslich im Brewsterwinkel zur Sonne am dunkelsten ist. Drehe ich den Kopter weiter, so wird der Himmel wieder heller.

 

Je gerichteter das Sonnenlicht ist, desto stärker ist der Effekt, je mehr Wolken (und andere natürliche Diffusoren) zwischen Sonne und Objekt sind desto geringer ist dieser Effekt.

 

Natürlich fotografiert man bei Hochzeiten seltenst den Himmel, in der Regel wird auch der blaue Himmel nicht als gestalterisches Element genutzt, in der professionellen Porträtfotografie wird auch sehr selten ohne Aufheller und Diffusoren gearbeitet, insofern kann ich verstehen, dass jemand, der häufig (und evtl. auch sehr gut) in diesem Metier unterwegs ist, das der diesen störenden Effekt der Polfilter nicht kennt, aber er ist nunmal da.

 

In einer Auftragsarbeit von mir in Utah hat ein Assistent so eine Serie geschossen, jeder Himmel hatte diesen wunderschönen Farbverlauf von hellblau (geringer Anteil an polarisiertem Licht) über dunkelblau (hoher Anteil) bis wieder hellblau. Gegenmittel: Bildausschnitt verkleinern oder Polfilter weglassen. 


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