Zum Inhalt wechseln


Foto

Berechnung der DJI Spark bzgl 79 Joule Grenze


  • Bitte melde dich an um zu Antworten
7 Antworten in diesem Thema

#1 timfrombavaria

timfrombavaria
  • 2 Beiträge

Geschrieben 03. August 2017 - 16:48

Ich hab mal MATLAB angeschmissen und ein Plot gemacht, der den erlaubten Betriebsbereich der DJI Spark zeigt, sodass es als "Spielzeug" definiert wird (Bewebungsenergie <= 79 Joule) und auch ohne Bewilligung Foto/Video aufnahmen gemacht werden dürfen
(Quelle https://infothek.bmv...20150921_v3.pdf).

Formel
h = (E/m - 1/2 v^2)/g

mit

E = 79 J, m = 0,3 kg, g = 9,81 m/s^2


 

Hinweis: Dieser Plot dient nicht als rechtliche Grundlage!

 

Angehängte Dateien


  • schmiernippel gefällt das

#2 miraculx

miraculx
  • 59 Beiträge
  • OrtMödling / Wien
  • DJI Mavic 2 Zoom
    DJI Spark
    DJI Phantom 4 (crashed)
    DJI Goggles
    Racecopter Rodeo 110
    Googles Two 1080p
    Syma X5C

Geschrieben 06. August 2017 - 19:51

D.h. nach der Grafik ist ein Flug bis 27m höhe kein Problem. Denke die erste Seite sowie diese Graphik sollten bei Problemen "unbedarfte" überzeugen. (Habe eine Spark bestellt welche ich im städtischen Bereich für Feuerwehreinsätze verwenden möchte). Für Waldgebiete habe ich eine zugelassene P4.

Danke für die Info.



#3 atvie

atvie
  • 25 Beiträge
  • 200QX NanoQX3D Breeze4k

Geschrieben 11. September 2017 - 19:37

Die bis jetzt noch nicht ausjudizierte Frage ist doch, was nun genau Bewegungsenergie im Gesetzestext meint. Bewegungsenergie hat zunächst einmal nämlich gar nichts mit Höhe zu tun, viel mehr ist sie die Hälfte des Produktes aus Masse und dem Quadrat der Geschwindigkeit. Und bei der Geschwindigkeit wird es interessant: Ist es die Maximalgeschwindigkeit im Geradeausflug oder die Maximalgeschwindigkeit in Richtung Erdmittelpunkt? Analog zu anderen Vorschriften im LFG wird wohl die maximale Geschwindigkeit im kontrolliert gesteuerten Horizontalflug gemeint sein. Bis zum ausjudizierten Gegenteil behaupte ich mal, dass meine Gesetzesinterpretation richtig ist.

 

Wenn also das Teil 20 m/sek oder 72 km/h schnell fliegen kann, dann darf es immehin 395 g wiegen.

 

In Österreich spielt die Höhe beim "Spielzeug" (§24d LFG) nur insofern eine Rolle, als dass bei 30 m über Grund in jedem Fall Schluss ist.

 

Käme nämlich die Höhe ins Spiel, dann hätte der Gesetzgeber auch was zu potentiellen Energie (Energie der Lage) absondern müssen - hat er aber nicht.



#4 Redti

Redti
  • 203 Beiträge
  • OrtTraun
  • DJI Mavic 2 Pro

Geschrieben 29. September 2017 - 22:10

In den Erläuternden Bemerkungen zur LFG-Novelle 2013 steht zu § 24d ua. Folgendes:

 

"Die maximale Bewegungsenergie, gemessen in Joule, die durch einen Fall aus einer bestimmten Flughöhe erreicht werden kann, ergibt sich aus der Berechnung der Masse mal der Erdbeschleunigung mal der Höhe. Dies bedeutet vereinfacht, dass das Gewicht des Gerätes (kg) mit der geplanten Steighöhe (m) und dem gerundeten Wert 10 zu multiplizieren ist (zB 0,30 kg x 20m x 10 = 69 Joule)."

 

Da die Erläuternden Bemerkungen zu Gesetzesvorlagen die Absicht des Gesetzgebers wiedergeben, werden Sie bei Gericht als wichtige Auslegungshilfen verwendet.

 

 



#5 atvie

atvie
  • 25 Beiträge
  • 200QX NanoQX3D Breeze4k

Geschrieben 30. September 2017 - 09:12

@ Redti: Deinen Beiträgen entnehme ich, dass Du Jurist bist. Erkläre doch bitte einem Nichtjuristen, wo ein normaler Staatsbürger die erläuternden Stellungnahmen zu GesetzesVORLAGEN hernehmen soll. Gesetzestexte und (Durchführungs-)Verordnungen kann ich mir ja aus dem RIS zusammensuchen. Aber ich finde es vom Gesetzgeber schon reichlich kühn zu erwarten, dass auch die Stellungnahmen von diversen Gremien im GesetzesENTSTEHUNGSprozess zu berücksichtigen sind, Denn für diese gibt es keine Kundmachungspflicht. Daher denke ich, dass meine Interpretation der 79 Joule Grenze, dass nämlich die maximale Horizontalgeschwindigkeit unanbhäng von der Flughöhe maßgebend sei, durchaus gleichberechtigt neben der offensichtlich niemals kundgemachten Absicht im Gesetzwerdungsprozess stehen kann.

 

Zumal die Argumentation mit der Flughöhe ja vollkommen unklar lässt, ob Fallhöhe mit oder ohne Motorantrieb (und wenn ja, in welche Richtung der Antrieb wirkt....) gemeint ist. Auch die Aerodynamik des Kopters bleibt dabei ja komplett unberücksichtigt, ebenso wie das eventuelle Vorhandensein von Rettungsfallschirmen (in der "wirklichen" Luftfahrt durchaus gebräuchlich).

 

Ceterum censeo: Es werden zu viele Gesetze zu schlampig verabschiedet. Für jeden Darmwind ein Gesetz ist mir ohnehin schon seit längerem ein Dorn im Auge.

 

Zu Deiner andernorts gestellten Frage bezüglich des Abstandes zu Personen versus Objekten: Es ist doch komplett widersinnig anzunehmen, dass der geforderte geringere Abstand (Flughöhe) zu Personen die Gefahren für diese verringern könne. Vielmehr entspricht es doch der allgemeinen Lebenserfahrung, dass der Abstand zu gefährlichen Objekten das Risiko einer Kollision tendenziell reduziert.



#6 Redti

Redti
  • 203 Beiträge
  • OrtTraun
  • DJI Mavic 2 Pro

Geschrieben 01. Oktober 2017 - 19:13

Du findest die Erläuternden Bemerkungen hier:

https://www.parlamen...299/index.shtml

Für jeden Gesetzesentwurf sind diese vorgeschrieben und daher auf den Seiten des Parlaments immer zu finden.

 

Zu deinen Ausführungen bezüglich des Abstandes zu Personen und Objekten scheinst du etwas missverstanden zu haben oder ich missverstehe deine Ausführungen.

Die ACG versucht die Vorschreibung höherer Sicherheitsabstände im Vergleich zu Flügen, bei denen nicht gefilmt wird, damit zu begründen, dass angeblich viele Kopterpiloten beim Filmen zu nahe an die zu filmenden Objekte heranfliegen.

Ein Gegenargument wäre z.B., dass beim Fliegen aus Spaß (ohne Filmabsicht) viel schneller geflogen wird. Beim Fotografieren bleibt normalerweise der Kopter sogar in der Luft stehen und beim Filmen wird auf sehr langsame und gleichmäßige Flugbewegungen geachtet. Und außerdem: Wenn der Gesetzgeber nur das Überfliegen von Menschenansammlungen verbietet, bedeutet dies, dass er das Überfliegen von einzelnen Menschen erlaubt. Warum sollte das dann plötzlich nicht mehr gelten, nur weil eine Kamera eingeschaltet ist?


  • atvie gefällt das

#7 atvie

atvie
  • 25 Beiträge
  • 200QX NanoQX3D Breeze4k

Geschrieben 02. Oktober 2017 - 07:19

Du findest die Erläuternden Bemerkungen hier:

https://www.parlamen...299/index.shtml

Für jeden Gesetzesentwurf sind diese vorgeschrieben und daher auf den Seiten des Parlaments immer zu finden.

 

Zu deinen Ausführungen bezüglich des Abstandes zu Personen und Objekten scheinst du etwas missverstanden zu haben oder ich missverstehe deine Ausführungen.

 

Danke für den Link. Er ist in jeder Hinsicht erhellend, denn er zeigt auch, wie weit sich der Entstehungsvorgang der Gesetze von der Lebens- und Vorstellungswirklichkeit "normaler" Staatsbürger entfernt hat. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, die Absicht des Gesetzgebers in einem Konvolut aus Papieren aus der Zeit der Gesetzesentstehung herauszusuchen, nur um eine mögliche Gerichtsentscheidung vorweg zu erahnen. Klarheit in der Normsetzung sieht für mich anders aus. Nur ein Schelm vermutet dahinter Absicht.

 

Ja und das mit dem Abstand zu Personen und Objekten habe ich total missverstanden.



#8 schmiernippel

schmiernippel
  • 28 Beiträge

Geschrieben 01. November 2017 - 20:03

Nichts ungewöhnliches, ein ganz normales österreichisches Gesetz eben :-)

@timfrombavaria : Danke für die Grafik !

MfG

Bearbeitet von schmiernippel, 01. November 2017 - 20:05.





Besucher die dieses Thema lesen: 0

Mitglieder: 0, Gäste: 0, unsichtbare Mitglieder: 0