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Toter Akku (TB-48) erfolgreich reanimiert

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7 Antworten in diesem Thema

#1 Ballonpilot

Ballonpilot
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Geschrieben 26. Dezember 2016 - 14:25

Auch wenn ich jetzt von den Akku-Spezialisten hier zerrissen werde, möchte ich einmal beschreiben, wie ich einen völlig toten Akku wieder zum Leben erweckt habe.
Dennoch möchte ich darauf hinweisen, das alles hier beschriebene bei der Umsetzung von euch auf eigene Gefahr geschieht und ein potentielles Risiko beinhaltet.

Ich habe von einem Bekannten einen TB-48 geschenkt bekommen, der seit Monaten nicht einen Mucks mehr von sich gegeben hat. Keine Reaktion auf Drücken des Einschaltknopfes, auch nicht nach einem tagelangen Hängen am Ladegerät.
Warum der Akku tot war, konnte nicht mehr zweifelsfrei nachvolzogen werden. Eventuell nach einem Flug vergessen zu Laden ? Jedenfalls hatte er erst 3 Ladezyklen auf den Buckel.

Der Akku hat mein Bastelfieber und Forscherdrang angeregt. Also habe ich diesen erst einmal geöffnet um nach äußerlichen Veränderungen zu sehen. Da war alles in Ordnung.
Ein Entfernen der Balancekabel-Steckerleiste und erneutes Einsetzen hat auch nichts gebracht.
Die Spannung des gesamten Akkupack brachte es gerade einmal auf 1,2 Volt !!! Das Anstecken des 180 Watt Ladenetzteil über mehrere Stunden brachte erwartungsgemäß auch nichts.
Also wollte ich es nun wissen und bin mit der brachialen Methode vorgegangen.
Ich habe das Netzteil am Akku angeschlossen und habe mit einer Schere die Ladeelektronik am Akku direkt überbrückt (siehe Bild).
Das gab in dem Moment einen gewaltigen Funken ! Ich habe dann die Erwärmung in der Schere gespürt und mit der anderen Hand ständig den Akku selbst auf Erwärmung und Verformung abgetastet.
Nach etwa einer halben Minute habe ich den Vorgang abgebrochen und Spannung überprüft, die da schon bei etwa 4 Volt lag. Also das ganze noch einmal etwa 2 Minuten - hier lag die Spannung bereits bei etwa 9 Volt.
Das hat mich schon mal vorsichtig optimistisch gestimmt. Ein zwischenzeitlichen Einschalten der Akkuelektronik zeigte, das diese schon mal wieder reagiert hat - allerdings einen Fehler angezeigt hat.
Also habe ich die brutale Lademethode noch einmal durchgeführt, bis ich bei etwa 16 Volt angelangt war.
Die Ladeelektronik signalisierte jetzt schon mal einen stark entladenen Akku an ! Nun wollte ich den Rest das Netzteil erledigen lassen.
Also habe ich den Akku ganz normal angeschlossen und den Ladevorgang regelmäßig konntrolliert, das heißt die Gesamtakkuspannung gemessen, und auf Verformung und unnatürliche Erwärmung geachtet.
Die Spannung stieg langsam aber stetig über MEHRERE Stunden an. Ab etwa 20 Volt (?) begann auch die Statusanzeige der Ladeelektronik am Akku zu blinken. Von nun an lief alles weitere wie gewohnt.
Allerdings wurde der Ladevorgang bei 89 % beendet und mit dem Blinken der 3.LED quittiert. Auch ein erneutes Anstecken brachte keine weitere Ladung.
Der Akku war zum Ende des Ladevorgangs in keinster weise verformt. Er hatte eine Außentemperatur von etwa 37°C (Infrarotthermometer) und eine Kerntemperatur von 47°C (App über den Kopter).
Der "Gesundheitszustand" über die Anzeige lag bei 100% und 3 Ladezycklen.
Das war der erste Schritt. Dieser sagt noch gar nichts über den tatsächlichen Zustand des Akkus aus - lediglich das er wieder am Leben ist.
Der erste vorsichtige Test nach einer Nacht Ruhe ohne Ladegerät hat ergeben, das er die Spannung gehalten hat.
Nun sollte der erste Test im Inspire erfolgen. Dazu habe ich die X5-Kamera gegen die X3 getauscht und die alten Propeller aufgesetzt.
Am Feldrand habe ich die Inspire dann ganz vorsichtig in 1,5 Metern vor mir schweben lassen und das Landegestell im Landemodus belassen. Die ganze Zeit habe ich den Akkumodus im Display beobachtet und soweit keine Auffälligkeiten bemerkt.
Trotz des nur Schwebens hatte die Inspire ordentlich zu tun, da wir heute sehr kräftigen Wind mit sehr starken Böen haben. Somit bin ich mit einem zu 89% geladenen Akku auf 12:52 min Flugzeit gekommen und bei 13% bzw. 780mAh Restkapazität und einer Kerntemperatur von 48°C gelandet.
Das Laden brachte es wieder nur auf 89% und quittierte das wieder mit einem Blinken der 3.LED.

Fazit für mich: Man kann einen toten Akku tatsächlich wieder zum Leben erwecken, aber das Vertrauen in die Flugtauglichkeit habe ich deswegen nicht bekommen. Ich denke das der Akku für Setup-Einstellungen am Boden oder das Einspielen von Firmwareupdates her halten wird. Einen fast 4000,- Euro teuren Kopter wegen eines beschädigten Akku zu verlieren wäre mehr als eigenverschuldete Dämlichkeit. Zumal es wirklich preiswerte originale Akku zu kaufen gibt (siehe mein Thread: Hat jemand diese Akkus?)
Mir ging es hier bei der Beschreibung um eine Möglichkeit die Elektronik zu umgehen, aber keinesfalls zur Ermutigung diese Akkus dann auch wieder in die Luft zu bringen. Mein wieder "auferstandener" TB-48 findet vielleicht auch eine Anwendung im Makita-Baustellenradio, als Powerbank für unterwegs oder .... villeicht hat jemand weitere Ideen ???

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#2 vodoo

vodoo
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Geschrieben 26. Dezember 2016 - 14:48

Auch wenn ich jetzt von den Akku-Spezialisten hier zerrissen werde ...

 

Nö, kein Grund für Tadel :)

Wir sind Bastler, und dazu stehen wir auch.

 

Angehängte Datei  drill-sergeant.jpg   148,75K   1 Mal heruntergeladen

 

Da ich es persönlich nicht mag, von einem Drill Sergeant aus dem Schlaf gerissen zu werden, bevorzuge ich sanftere Weckmethoden. Die Schere sieht auf dem Bild gut aus, aber ich hätte provisorisch ein Stück Draht angelötet. Dann am Netzteil die Spannung ganz langsam hochgedreht, damit nie mehr als 1A Strom fliesst, bis die Akkuspannung wieder taugliche Werte erreicht. So habe ich schon diverse Akkus reanimiert. Dass sie nicht mehr die volle Kapazität erreichen ist einleuchtend. Die Tiefentladung hinterlässt bleibende Schäden.

 



#3 Sascha3580

Sascha3580
  • 411 Beiträge

Geschrieben 26. Dezember 2016 - 14:51

Ich habe bisher alle defekten Akkus zu DJI gesendet. (4x) Wurden immer anstandslos getauscht. Selbst Akkus, die schon weit über 60 Ladezyklen hatten und die Schrift abgegriffen war.



#4 Ballonpilot

Ballonpilot
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Geschrieben 26. Dezember 2016 - 15:01

Wenn mein Bekannter die Rechnungen noch gehabt hätte, dann wäre ihm ein Tausch auch lieber gewesen. So hat er seinem Betrag zur "Forschung" geleistet ;D



#5 Knuth

Knuth
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  • Diverses RC gesteuertes Zeugs Teils in der Luft und Teils am Boden aber bisher alles recht altmodisch ohne App :- ))

Geschrieben 26. Dezember 2016 - 15:11

Hi, Ballonpilot,

 

ich habe den Beitrag ins Unterforum Akkus verschoben, weil die Technik ja universell auf viele Lipos anwendbar und von allgemeinem Interesse ist.



#6 Sascha3580

Sascha3580
  • 411 Beiträge

Geschrieben 27. Dezember 2016 - 08:58

Wie lange ist überhaupt GARANTIE auf diese Akkus? 6 Monate? 



#7 HSH

HSH
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Geschrieben 27. Dezember 2016 - 09:11

Wie lange ist überhaupt GARANTIE auf diese Akkus? 6 Monate? 

 

Nach max. 200 Ladezyklen oder 6 Monaten ist es vorbei mit der Garantie, schreibt DJI hier (Garantiefrist der Haupteile):

http://www.dji.com/d...rranty_service


Bearbeitet von HSH, 27. Dezember 2016 - 09:13.

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#8 Sascha3580

Sascha3580
  • 411 Beiträge

Geschrieben 27. Dezember 2016 - 18:59

Nach max. 200 Ladezyklen oder 6 Monaten ist es vorbei mit der Garantie, schreibt DJI hier (Garantiefrist der Haupteile):

http://www.dji.com/d...rranty_service

 

Also alle 6 Monate einen neuen kaufen.  :P  ;)







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